Musikalische Freundschaften

Besondere Kammermusik mit Benjamin Herzl und Ingmar Lazar im Brucknerhaus

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„Widmungen der Freundschaft“ lautete der Titel des Duo-Abends am Montag im Linzer Brucknerhaus mit dem Salzburger Geiger Benjamin Herzl und Ingmar Lazar aus Frankreich.

Beide jung (1993/94) und schon international unterwegs, lieferten zum Thema rund um den Schumann-Kreis ungewöhnliche Kammermusik. Clara und Robert Schumann zogen 1850 von Dresden nach Düsseldorf, bei ihnen kamen talentierte junge Musikerinnen und Musiker zusammen, die sich gegenseitig mit anregenden Kompositionen und praktischem Musizieren ereiferten. Ausnahmegeiger Joseph Joachim gehörte ebenso dazu wie Johannes Brahms.

Die „Drei Romanzen“ für Violine und Klavier op. 22 von Clara Schumann (1819-1896) wurden in ihrer schlichten Dreisätzigkeit an den Beginn gestellt. Die 1732 gebaute Violine von Guarneri del Gesu – von der Österreichischen Nationalbank zur Verfügung gestellt und immer wieder an besondere Künstler wie zum Beispiel auch David Oistrach verliehen – klang in den Händen von Benjamin Herzl auffallend leise und mit großer Zurückhaltung und zartem Vortrag.

Die Sonate Nr. 1 („Regenlied“) in G-Dur von Johannes Brahms (1833-1897) entstand 1878 in Pörtschach am Wörthersee und wurde doch in manchen Passagen mit aufhorchen lassender Intensität geboten. Für die „Hebräischen Melodien“ folgte der Wechsel zur Viola und damit zu einem dunkel gefärbten, aussagekräftigem Melodram von Joseph Joachim (1831-1907) für Viola und Klavier, op. 9 (1853).

Mit der Sonate „F.A.E.“ — „Frei, Aber Einsam“ — gelangte ein gemischtes Bravourstück als passende Schlussapotheose zur Aufführung. Das Werk war von drei befreundeten Komponisten (Schumann, Dietrich, Brahms) als lustvoll draufgängerisches Rätselstück für den nicht anwesenden Joseph Joachim gedacht. Der Abend wurde für die Konzertbesucher zum besonderen Ereignis, die Künstler bedankten sich nach viel Zustimmung und Applaus mit einem „Überraschungsstück“.

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