Musikerin Bird widmet sich Beziehungen „zwischen uns allen“

Das Cover zu Wallis Birds siebentem Album „Hands“ © APA/Mount Silver Records

Wallis Bird hat ein neues Album herausgebracht. Auf „Hands“ widmet sich die in Berlin lebende irische Musikerin nicht nur persönlichen Themen: Die Beziehungen „zwischen uns allen“ stehen im Mittelpunkt, sagte sie im APA-Interview. „Politiker wollen die Gesellschaft spalten. Das hilft uns allen nicht weiter. Wir können alles besser machen, wenn wir zusammenkommen, wenn wir miteinander reden, egal wie komplex das Thema. Das versuche ich, durch meine Texte zu sagen.“

Das abwechslungsreiche Album startet mit dem eingängigen Popsong „Go“. „Ein guter Anfang“, meinte Bird. „Sei mal still, hör mal zu und wir kommen zusammen.“ Stark auch das nachdenkliche „Power Of A Word“, das sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt. Die Liedermacherin: „Das Lied war schnell geschrieben. Die Botschaft lautet: Vorsicht, was man sagt! Erst einmal zuhören und verstehen, was jemand meint! Worte kann man verdrehen und ihnen eine andere Bedeutung geben, Worte können poetisch sein, Worte haben so viel Kraft.“

„Hands“ muss aber nicht immer Tiefgang haben, darauf findet man etwa das ausgelassen „F.K.K. (No Pants Dance)“. „Weil ‚Power Of A Word‘ doch ein ernster Song ist, also nicht superernst, denn ein bisschen Humor findet man immer in meiner Arbeit, wollte ich anschließend eine witzige Geschichte erzählen, die ich in der Pandemie-Zeit erlebt habe“, so die 40-Jährige. „Es geht nicht um Sex, Drugs und Rock’n’Roll, was man zunächst annehmen könnte“, lachte sie.

Es war März, man durfte in kleinen Gruppen wieder zusammenkommen, erinnerte sich Bird. „Ich schau aus dem Fenster, und da sehe ich gegenüber fünf Leute, die nackt zu lauter Musik herumhüpften. Es war der Hammer! Es war toll zu sehen: Die Welt geht unter, aber wir kommen wieder zusammen. Da wurde das Leben gefeiert. Das war ganz unschuldig, da ging es nicht um Sex, sondern darum, ganz ausgelassen und gemeinsam Kind zu sein. Eine natürliche Sache.“

„Hands“ hat also einiges zu bieten, ruhigere wie tanzbare Songs. „Ich habe das Gefühl, dass dieses Album stabiler ist als andere zuvor“, betonte Bird. „Das vorangegangene ‚Woman‘ war soulmäßig, dieses jetzt ist Pop. Ich habe versucht, cleveren Pop zu machen – mit Texten, die in die Tiefe gehen.“ Geholfen hat dabei Philipp Milner, mit Schwester Eva der Kern der Hamburger Elektro-Pop-Formation Hundreds.

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Demnächst zieht es die Wahlberlinerin aufs Land. „Ich habe mit fünf anderen Leuten einen Bauernhof gekauft. Wir wollen eine Künstler-Community schaffen“, erzählte sie. Aber es steht auch eine Tournee an, die am 6.10. in den Linzer Posthof, am 7.10. nach Graz (PCC) und am 8.10. nach Wien (WUK) führt. Erstmals wird Wallis Bird von einer reinen Frauenband begleitet: „Wir singen alle, wir schreien alle, wir spielen zweieinhalb Stunden pro Nacht. Der Hammer!“

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

wallisbird.com

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