Mutter von Impfkoordinatorin vorgereiht

Die burgenländische Impfkoordinatorin hat am Donnerstag bestätigt, dass ihre Mutter – eine Hochrisikopatientin – bereits gegen Corona geimpft wurde. Die Landesbedienstete erklärte, sie habe die Impfung nicht veranlasst und erst im Nachhinein davon erfahren. Da bei der ersten Impfung in einem Altenwohnheim Dosen übrig blieben, sei ihre Mutter als Risikopatientin und Angehörige einer Bewohnerin (ihrer Mutter) auch geimpft worden, bestätigte sie einen Bericht der „BVZ“.

Die ehemalige Politikerin sei im Zuge der ersten Impfungen am 27. Dezember 2020 geimpft worden. Im Heim seien Impfdosen übrig geblieben, die Ärzte hätten dann über die Impfung ihrer Mutter entschieden: „Sie hat die Kriterien erfüllt“, so die Impfkoordinatorin, die eine „schiefe Optik“ einräumt: „Das passierte ohne mein Wissen und Zutun.“

Im Landhaus bestätigte man gegenüber der APA den Fall. Konsequenzen gebe es keine, da der dortige Arzt entschieden habe, eine Risikopatientin zu impfen.

Neuerlich Aufregung gab es auch in Vorarlberg. Laut Medienberichten ist eine Apothekerin aus Niederösterreich in Vorarlberg geimpft worden. Die Frau, die Lebensgefährtin des Vorarlberger Apothekerkammerpräsidenten und Präsidenten des Österreichischen Apothekerverbands Jürgen Rehak, hatte auf Facebook gepostet, sie habe sechs Stunden Fahrt nach Vorarlberg für die Impfung auf sich genommen. Inzwischen wurde das Posting entfernt. In Vorarlberg wurde anders als in anderen Bundesländern das Gesundheitspersonal bereits geimpft.

„Sie ist meine Lebensgefährtin, sie hat einen Wohnsitz in Vorarlberg und arbeitet auch immer wieder in meiner Apotheke im Sinne des Familienverbandes mit“, so laut den Berichten der Vorarlberger Apothekerkammerpräsident. Zur Frage, wie es möglich sei, dass die Frau selbst eine Apotheke führt und dennoch auch in Vorarlberg arbeitet, erklärte Rehak, aufgrund seiner Reisen nach Wien pendle er und helfe in ihrer Apotheke immer wieder mit, „ab und zu ist sie aber auch in Vorarlberg“.

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Gegenüber der APA betonte Rehak am Donnerstag: „Es ist alles korrekt abgelaufen.“ Vorarlberg habe das Gesundheitspersonal zur Impfung eingeladen, er habe daher seine Mitarbeiter dazu angemeldet, darunter eben auch seine Lebensgefährtin. Diese habe ihm auch bei der Durchführung von Antigentests geholfen, hatte also direkten Kontakt mit möglichen Infizierten. Rehak vermutete hinter der Berichterstattung politische Motive in Hinblick auf die für September anstehende Apothekerkammerwahl, bei der er neuerlich antreten wolle. „Da gibt es offenbar Personen mit anderer politischen Meinung, die nun versuchen, mich anzuschwärzen“, so Rehak.

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