N. Benedetti, E. Elgar: Violin Concerto (Decca)

In letzter Zeit fällt mir eine verstärkte Aufnahmebereitschaft der Studios von Werken des britischen Komponisten Edward Elgar (1857-1934) auf. Sehr begrüßenswert, denn bei allen Ansprüchen, die seine Stücke stellen, hat sein Schaffen einen gleichwertigen Platz neben dem von anderen Komponisten messbaren Ranges in der Literatur des 19. Jahrhunderts, der musikalischen Heimat Elgars. Freilich gibt es immer wieder Einspielungen derselben Werke, aber auch das ist aus Gründen eines Vergleichs nicht uninteressant. Auf der neuen CD der schottischen Geigerin Nicola Benedetti (33) ist das umfangreiche Violinkonzert h-Moll o. 61 Elgars das Herzstück und wird von ihr auch mit Herz und Seele gedeutet. Mit ihrer Seele dürfte sie sich Fritz Kreisler nahe gefühlt haben. Der Widmungsträger des Werkes, Vorbild für Generationen von Geigern, hat das Konzert 1910 in London mit triumphalem Erfolg uraufgeführt. Nicola Benedetti gelingt bravourös eine bis zur Kadenz geschlossene Aufführung bei Zusammenführung aller Themen. Aber nicht genug der Elgar-Liebe, die sie mit weiteren Werken wie „Salut d’Amour“, „Sospiri“ und „Chanson de Nuit“ zum Ausdruck bringt, alles mit Liebe begleitet vom London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vladimir Jurowski.            Georgina Szeless

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