Erneuter Anstieg an Corona-Toten in Spanien und Italien

Nach dem Rückgang der Zahl an neuen Corona-Toten auf den niedrigsten Stand seit vier Wochen hat Spanien am Dienstag wieder einen leichten Anstieg verzeichnet. 430 Coronavirus-Infizierte seien in den vergangenen 24 Stunden gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Auch in Italien stieg die Zahl der Todesopfer wieder an. Innerhalb von 24 Stunden wurden 534 Todesfälle verzeichnet.

In Spanien kamen nach offiziellen Angaben bisher 21.282 Menschen durch die Pandemie ums Leben. Weltweit verzeichnen nur die USA und Italien höhere Opferzahlen. Am Montag hatte Spanien mit 399 Corona-Todesopfern die niedrigste Zahl seit vier Wochen vermeldet. Den Anstieg vom Dienstag erklärten die Behörden auch damit, dass einige Angaben aus den spanischen Regionen zu Todesfällen vom Wochenende erst jetzt beim Gesundheitsministerium eingegangen seien.

Erstmals seit mehr als sechs Wochen dürfen alle bis zum Alter von 14 Jahren in der Corona-Krise ab Montag wieder das Haus verlassen. Allerdings sollen sie dort nicht das tun, was Kinder am liebsten möchten: mit Freunden spielen, Fahrradfahren, Rollschuhlaufen oder auf Spielplätzen herumturnen. Es ist vorgesehen, dass die Kinder ihre Eltern oder die Erwachsenen, mit denen sie zusammenleben, nur bei den Gängen außer Haus begleiten dürfen, die Erwachsenen bisher schon erlaubt waren: um Lebensmittel oder Medikamente einzukaufen oder zur Bank zu gehen.

Die Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus durch Kinder sei zu groß, sagte Regierungssprecherin Maria Jesus Montero. Die Zustimmung des Parlaments zu dieser leichten Abschwächung der strengen Kontaktsperren galt als sicher.

Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle wurde am Dienstag mit 204.178 angegeben. Nur die USA verzeichnen offiziell mehr Infizierte. Mehr als 82.500 Infizierte in Spanien hätten sich mittlerweile wieder erholt, hieß es weiter. Wegen der Corona-Pandemie wurde in Spanien am 14. März eine strikte landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie wurde bereits zwei Mal verlängert und gilt nun mindestens bis 9. Mai.

In Italien stieg die Zahl der Coronavirus-Toten wieder an. Am Dienstag wurden mehr als 530 Todesfälle verzeichnet, tags zuvor waren es noch 454 gewesen. Damit stieg die Gesamtzahl der Verstorbenen seit Beginn der Pandemie in Italien auf 24.648, teilte der italienische Zivilschutz mit. Die Zahl der aktuell Infizierten sank in 24 Stunden von 108.237 auf 107.709.

24.134 Covid-19-Kranke lagen in den italienischen Spitälern, davon 2.471 auf der Intensivstation. Die Zahl der Patienten in Heimisolation betrug 81.104 Personen. Die Zahl der Genesenen stieg auf 51.600 Menschen.

In der Lombardei, dem Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs in Italien, stieg die Zahl der Todesopfer innerhalb von 24 Stunden um 203 auf 12.579. Die Zahl der aktuell Infizierten lag in der gesamten norditalienischen Region bei 33.978. 9.805 Personen befanden sich noch in den lombardischen Spitälern, das sind 333 weniger als am Vortag. 851 davon waren auf der Intensivstation, 50 weniger als am Montag. Stark betroffen ist nach wie vor die Stadt Mailand mit 6.955 Infizierten.

In England und Wales wurden Anfang April so viele Todesfälle innerhalb einer Woche registriert wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das geht aus Zahlen der britischen Statistikbehörde ONS hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden. In der Woche bis zum 10. April 18.516 Sterbefälle verzeichnet. Das sind knapp 8.000 Todesfälle mehr als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der vergangenen fünf Jahre. Etwa 6.200 der Verstorbenen waren zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden. “Für alle, die noch immer nicht daran glauben”, kommentierte der Charite-Virologe Christian Drosten die Übersterblichkeit in den beiden britischen Landesteilen auf Twitter. Er mahnte: “Uns wurde dies vor allem durch frühe und breit eingesetzte Diagnostik erspart. Verspielen wir diesen Vorsprung nicht.”

In Großbritannien starben bis Montagabend allein in Krankenhäusern etwa 17.300 nachweislich mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen. Dabei nicht berücksichtigt sind Todesfälle in Pflegeheimen und in Privathaushalten. Nicht auszuschließen ist auch, dass es weitere Todesfälle durch unerkannte Covid-19-Erkrankungen gab.

Die Gefängnisse in der Millionenmetropole New York sind in der Corona-Pandemie so leer wie seit mehr als 70 Jahren nicht mehr. Die Zahl der Gefängnisinsassen sei in der vergangenen Woche auf unter 4.000 gesunken – dem niedrigsten Stand seit den 40er Jahren, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Das sei vor allem auf die Strategie der Stadt zurückzuführen, geeignete Häftlinge aus Sorge um die Gesundheit der Insassen und vor einer weiteren Verbreitung des Virus früher zu entlassen. Seit Mitte März seien mehr als 2.000 Insassen entlassen worden. Rund 600 Menschen seien seitdem neu in Haft gekommen – in demselben Zeitraum im vergangenen Jahr waren es rund 3.300.

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