Nach 6:0 über Lettland: Fußball-Team zur Halbzeit auf Rang zwei

Österreichs Fußball-Nationalteam bejubelt den Pflichtsieg gegen Lettland. © Foto: APA/Gindl

Was mit zwei Niederlagen gegen Polen und Israel ernüchternd begonnen hatte, schaut zur Halbzeit wieder verheißungsvoll aus. Österreichs Fußball-Nationalteam feierte gestern in überzeugender Manier von 6:0 (2:0) den angepeilten Pflichtsieg gegen Lettland und steht in Gruppe G nach fünf von zehn Matches auf Rang zwei, der die Qualifikation für die EURO 2020 bedeuten würde.

Von Roland Korntner und Tobias Hörtenhuber aus Salzburg

Im Tor der Österreicher stand gestern in Salzburg Lokalmatador Cican Stankovic, ihm gab Teamchef Franco Foda den Vorzug gegenüber Pavao Pervan (Wolfsburg) und Alexander Schlager (LASK). „Extreme Reaktion auf der Linie, da hat er vor allem seine Qualitäten”, hatte ÖFB-Tormanntrainer Robert Almer im Vorfeld über Stankovic gemeint.

Das musste oder konnte der 26-Jährige, der in Abwesenheit des vereinslosen Heinz Lindner zur neuen Nummer eins avancierte, aber nicht zeigen. Im gesamten Spiel ging gerade einmal ein harmloser Ball von Laizans in Minute 30 auf sein Tor.

Zu diesem Zeitpunkt war schon eine Vorentscheidung gefallen, führten die Hausherren vor 16.900 Zuschauern bereits mit 2:0. Das Resultat eines von Anfang an dominanten, tonangebenden Auftritts, so wie es Kapitän Julian Baumgartlinger angekündigt hatte.

Dank Pressing frühe Führung

Bereits in der fünften Minute prüfte Leipzig-Legionär Marcel Sabitzer den Schlussmann der Letten mit einem Freistoß, zwei Minuten später klingelte es dann schon im Gehäuse von Keeper Steinbors. Dank gutem Pressing zwang Laimer Bogdaskins zum Fehler, die Chance ins halbleere Tor ließ sich Marko Arnautovic (7.) nicht nehmen.

Traumtor von Sabitzer

In dieser Tonart ging es weiter, Österreich produzierte Chancen fast wie am Fließband. Nach einem zu zentralen Kopfball von Baumgartlinger (11.) und einem Alaba-Volley, den Steinbors entschärfen konnte (12.), nahm sich Sabitzer ein Herz und erzielte ein Tor des Monats ins Kreuzeck zum frühen 2:0 (13.).

Abseitstor hätte zählen müssen

Einiges Manko in Hälfte eins war die Chancenverwertung, ab und an fehlte da die letzte Konsequenz. Denn Arnautovic (21.), der den Keeper zu einer starken Parade zwang, Lazaro (30./drüber), Laimer per Kopf (32./daneben), Arnautovic (37./daneben) und Lazaro (43./drüber) hatten das 3:0 vor Augen. Sabitzer traf zwar tatsächlich nach herrlicher Kombination, sein Treffer wurde aber fälschlicherweise wegen Abseits aberkannt (34.).

Doppelpack von Arnautovic

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielverlauf nichts. Die Letten standen tief, die Hausherren zogen ein Powerplay auf, ließen Ball und Gegner laufen und sorgten rasch für die endgültige Entscheidung.

Nach einem Eckball wurde Laimer von Gegenspieler Bogdaskins innigst umarmt, den fälligen Elfmeter knallte Arnautovic zum 3:0 in die Tormitte unter die Latte (52.). Kurz danach fand Alaba (55.) eine riesige Gelegenheit vor, verzog aber. Auch Lainer versuchte sich mit einem gefährlcihen Distanzschuss (62.), Lazaro setzte einen Kopfball knapp daneben (68.).

In der Schlussphase kam die Stange ins Spiel

Schließlich besorgte Stefan Ilsanker unter unglücklicher Mithilfe des Torhüters doch das 4:0, der eingewechselte Leipziger setzte einen Kopfball an die Innenstange, von dort sprang der Ball Steinbors an den Rücken, weiter an den Fuß und danach rollte er über die Linie (75.).

Danach traf auch noch Arnautovic die Stange – allerdings ohne Happyend (78.). Das kam aber für Konrad Laimer, der den Ball erstmals im ÖFB-Team einnetzen konnte (80.). Noch immer nicht der Endstand, weil Gregoritsch nach einem Stangenschuss von Sabitzer zum 6:0 abstaubte (84.).

Polen kassierte erste Niederlage

“Oh wie ist das schön” hallte da durchs Salzburger Stadion, auch die Welle rollte über die Ränge. Ob Österreich aber wirklich so gut oder Lettland einfach nur desolat war, wird der Montag zeigen. Dann folgt das Gastspiel in Warschau bei Tabellenführer Polen, der am Freitag gegen Slowenien die erste Niederlage (0:2) kassierte.

Damit sind die Top 4 der Gruppe enger zusammen gerückt, es führt Polen (12/5) vor Österreich (9/5), Slowenien und Israel (je 8/5).

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