Nach der Lehrstunde ist vor dem Schlüsselspiel

Eishockey-WM: Nach 1:9 gegen Schweden wartet nun Norwegen

Österreichs Eishockey-Cracks hatten gegen die schwedische Übermacht nichts auszurichten, wurden im ersten Drittel fast überrollt. Gegen Norwegen soll das heute anders aussehen.
Österreichs Eishockey-Cracks hatten gegen die schwedische Übermacht nichts auszurichten, wurden im ersten Drittel fast überrollt. Gegen Norwegen soll das heute anders aussehen. © AFP/Simicek

Von Christoph Gaigg aus Pressburg

Bumm, bumm, bumm, bumm, bumm — Österreichs Eishockey-Team flogen im ersten Drittel beim 1:9 gegen WM-Titelverteidiger Schweden die Scheiben nur so um die Ohren. So mancher Crack musste in der Kabine wohl erst ausgedreht werden, so sehr spielten die überragenden Skandinavier die ÖEHV-Truppe schwindlig. Heillose Überforderung machte sich breit, nach 15 Minuten stand es 0:5, zu diesem Zeitpunkt musste man gar befürchten, die höchste Niederlage gegen den elffachen Weltmeister einzustellen. 1949 waren die Österreicher bei der WM in Stockholm mit 0:18 baden gegangen. „Die sind wie aus der Kanone geschossen gekommen“, zog selbst Michael Raffl, einziger rot-weiß-roter NHL-Legionär, den Helm vor dem gelb-blauen Starensemble.

Dass es am Ende „nur“ 1:9 hieß, war einerseits den Schweden geschuldet, die zurückschalteten, andererseits gewöhnten sich die Österreicher auch ab dem zweiten Drittel ein wenig an das Tempo. Und kamen in der prächtig gefüllten Halle vor 8386 Fans (s. Kommentar) sogar noch zum Ehrentor durch Raffl. Es war der erste WM-Treffer nach 172:02 Minuten ohne Tor.

„Eine absolut normale Niederlage. Der Gegner war um zwei Klassen besser, jeder einzelne Spieler auf der Gegenseite ist ein Weltklassespieler“, war Teamchef Roger Bader weder überrascht, noch sauer. Auch Raffl meinte: „Man braucht sich dafür nicht genieren.“

Viel wichtiger für den Klassenerhalt ist ohnehin das Schlüsselspiel am Freitag (16.15, live ORF Sport +) gegen die punktelosen Norweger. „Wir müssen unsere beste Partie des Turniers zeigen, um eine Chance zu haben“, sagte Raffl. Die hohe Niederlage sieht er ebenso wie Bader nicht als Problem: „Die Mannschaft wird nicht geschädigt da rausgehen“, betonte der Teamchef.

Während für Raphael Wolf die WM wegen einer Fingerverletzung wohl vorbei ist, wird Patrick Obrist zurückkehren. Im Tor ersetzt David Kickert Bernhard Starkbaum.

Wie ist Ihre Meinung?