Nach Fraktur wieder mobil

Immer mehr Menschen erleiden im Alter nach einem Sturz eine Schenkelhalsfraktur. Dabei bricht der Oberschenkelknochen in der Nähe des Hüftgelenks, was meist zu einer sofortigen Gehunfähigkeit führt. Wegen der Osteoporose sind ältere Frauen meist häufiger betroffen als Männer. Die rüstige 87-jährige Katharina Fischer wurde im LKH Schärding nach einem doppelten Bruch wieder fit gemacht.

Katharina Fischer verdankt ihre heutige Mobilität nach einer doppelten Schenkelhalsfraktur den Ärzten (im Bild: Unfallchirurg und Orthopäde Bernd Hermann) am LKH Schärding. © OÖ. Gesundheitsholding

Die unmittelbare Ursache für den hüftgelenksnahen Bruch des Oberschenkelknochens ist ein Sturz mit Aufprall im Hüftbereich, etwa durch ein Ausrutschen auf glattem Boden, ein Stolpern über einen Teppich oder einen plötzlich auftretenden Schwindel beim Aufstehen. Auch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, eine eingeschränkte Sehfähigkeit oder Osteoporose (Knochenschwund) zählen zu den Risikofaktoren.

Rascher Eingriff im Spital ist nötig

„Treten nach einem Sturz Schmerzen in der Leistengegend auf, kann das Bein beim Liegen nicht angehoben werden oder ist es verdreht, deutet das auf einen Bruch hin“, schildert Bernd Hermann, Unfallchirurg und Orthopäde am LKH Schärding: „Ein Schenkelhalsbruch muss rasch unfallchirugisch behandelt werden, da sich vor allem bei älteren Patienten schnell lebensbedrohliche Begleiterkrankungen wie eine Lungenentzündung entwickeln können. Entsprechend der Frakturform können verschiedene Operationstechniken angewendet werden. Erscheint der Erhalt des eigenen Hüftkopfs möglich, wird der Bruch verschraubt. Sind der Knochen und seine Durchblutung so geschädigt, dass ein Erhalt nicht möglich ist, wird ein künstliches Hüftgelenk implantiert“, erläutert Hermann.
Bei beiden OP-Techniken werden die Patienten bereits nach kurzer Liegedauer wieder mobilisiert. In den meisten Fällen ist es ein bis zwei Tage nach dem Eingriff möglich, das betroffene Bein wieder zu belasten. In Verbindung mit einer Physiotherapie lernen die Patienten sich mit Unterarmgehstützen oder Gehwagen selbstständig fortzubewegen. Eine frühzeitige Mobilisation ist wichtig, um dem Abbau der Muskulatur vorzubeugen und um eine Bettlägerigkeit und damit verbundene mögliche Komplikationen wie Thrombosen oder Embolien zu vermeiden.

Zwei Frakturhüftprothesen nach doppeltem Bruch

„Wenn man einen älteren Menschen findet, der gestürzt ist, über Schmerzen klagt und sich nicht bewegen kann, sollte man den Notarzt rufen“, sagt der Oberarzt.
Katharina Fischer aus St. Roman wurde vergangenen Winter mit einer doppelten Schenkelhalsfraktur in das Landeskrankenhaus Schärding eingeliefert. Der rüstigen 87-Jährigen wurden dann in einer zweistündigen Operation zwei Frakturhüftprothesen implantiert. „Durch den beidseitigen Bruch war es notwendig, beide Seiten gleichzeitig zu operieren. Das Ziel war, wieder eine entsprechende Funktionalität des Hüftgelenks herzustellen, um der Patientin den Alltag zu erleichtern.“ Nach der Operation fand eine Mobilisierung auf dem Department für Akutgeriatrie und Remobilisation statt. Heute ist Frau Fischer wieder mobil.

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