Silke Dörner leitet ab 2022/23 Linzer Theater Phönix

Phönix-Urgestein Harald Gebhartl übergibt 2022/23 an Silke Dörner

Silke Dörner übernimmt die künstlerische Leitung.
Silke Dörner © Reinhard Winkler

„Nach gut 30 Jahren ist es einfach genug. Ich habe 30 bis 40 Stücke in meiner Schreibtischlade liegen, die sind alle nicht fertig. Das möchte ich die nächsten 20 bis 30 Jahre machen, schreiben und Regie führen“, begründet Harald Gebhartl (63) seinen Rückzug als künstlerischer Leiter des Linzer Theater Phönix, das er 1989 mitbegründet hat.

„Wir haben damals zu sechst das Haus mit einem Kredit auf eigene Kosten gekauft. Das zu schaffen und das dann der Politik vorzustellen, war einer der Höhepunkte, wenn ich zurückblicke. Aber auch Stücke wie ,Clockwork Orange’, ,Urfaust’ oder ,Die Drei von der Tankstelle’ waren Highlights“, so Gebhartl.

Dörner dockte 1995 beim Phönix an

Harald Gebhartl
Harald Gebhartl

Er übergibt die künstlerische Leitung mit der Saison 2022/23 an die Dramaturgin und Autorin Silke Dörner. Die 1967 in Deutschland geborene studierte Romanistin und Germanistin dockte 1995 beim Theater Phönix an und ist dort seit 2001 leitende Dramaturgin.

Die Autorin zahlreicher Libretti und Stücke lehrt seit 2011 Dramaturgie an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese und seit 2020 angewandte Dramaturgie an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz.

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„Wir sehen in Silke Dörner eine Garantin für die künstlerische Weiterentwicklung des Theater Phönix. Wir sind überzeugt, dass sie die Erfolgsgeschichte unseres Hauses weiterschreiben wird“, streute Julia Holzinger, Vorstandsobfrau des Theater Phönix, Dörner Rosen. Das ist es auch, was sich Gebhartl für die Zukunft des Phönix wünscht: „Der Weg soll fortgesetzt werden. Phönix ist eine Philosophie, ein Lebensgedanke. Es bedeutet, anderes Theater zu machen, Menschentheater, Theater mit und für Menschen mit ihren Themen.“

„Winnetou eins bis drei“ feiert online Premiere

Dass eine Premiere einmal online gestreamt wird, hätte er sich vor dieser Pandemie nicht gedacht. Doch am 19. Februar ist es so weit. „Winnetou eins bis drei — und am Ende stirbt Karl May“ von Erik Etschel und Lisa Fuchs wird ab 19 Uhr als Video-on-Demand über oeticket.Streaming veröffentlicht und bis 21. März verfügbar sein. Der Verkauf für den persönlichen Zugangscode (ein Ticket zu 9 Euro) startet am 15. Februar mit einem Link über die Homepage des Theater Phönix.

Ursprünglich wäre die Uraufführung für 17. November des Vorjahres geplant gewesen. Doch die Corona-Pandemie machte einen Strich durch diese Rechnung. Im Jänner 2021 wurde die bereits fertig geprobte Inszenierung von Regisseur Etschel drei Tage lang aufgenommen und in den darauf folgenden Wochen filmisch bearbeitet.

Im Stück gehen Etschel und Fuchs dem Mythos Karl May auf den Grund. In dem unterhaltsamen, collagenartigen Theaterabend lassen sie das Publikum auf seine bekanntesten Romanhelden, sein Alter Ego Old Shatterhand und Winnetou, treffen, werfen einen Blick hinter die Kulissen der erfolgreichen Verfilmungen der 60er-Jahre mit Lex Barker und Pierre Brice und durchleuchten das Prinzip der Selbsterfindung und -darstellung in unserer heutigen digitalisierten Welt. Ein absurder Ritt durch die fantastische Welt des vermutlich ersten Popliteraten Deutschlands — mit Nadine Breitfuß, Martin Brunnemann, Anna Maria Eder, David Fuchs, Wiltrud Schreiner und Sven Sorring.

„Theater ist direkte Kommunikation“

„Online, das kann man als Ausnahme einmal machen. Aber dann reicht es auch. Theater ist direkte Kommunikation, man muss live im Geschehen sein. Nur mehr streamen, das geht nicht“, meint Gebhartl und hofft auf mehr Planungssicherheit. „Am 4. März soll ,Draußen vor der Tür’ klassisch Premiere feiern. Mittlerweile bin ich mir wieder nicht mehr sicher, ob das klappen wird“, sitzt auch Gebhartl das Virus weiterhin im Nacken …

Von Astrid Braun

FAQ zum Streaming über oeticket: service.oeticket.com/oeticket-streaming

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