Nach Haimbuchner auch Landtagspräsident im Spital

In Oberösterreich ist nach Landeshauptmannstellvertreter und FPÖ-Landesparteichef Manfred Haimbuchner auch der Zweite Landtagspräsident Adalbert Cramer von der FPÖ wegen seiner Corona-Infektion im Spital, bestätigte der blaue Klubobmann Herwig Mahr einen Bericht in den „OÖN“ online. Der 70-Jährige sei seit drei Tagen in stationärer Behandlung, „es geht ihn den Umständen entsprechend“, so Mahr.

In der oö. Landesregierung hat am Montag wie angekündigt der freiheitliche Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner die Agenden Haimbuchners – u.a. Wohnbau und Naturschutz – offiziell übernommen. Der Antrag hinsichtlich der krankheitsbedingten Vertretung sei einstimmig angenommen worden, teilte Steinkellners Büro mit.

Zu Haimbuchners Zustand gab es vorerst keine Informationen. Im Kepler Klinikum verwies man darauf, dass man nichts weitergeben dürfe. Aus Haimbuchners Büro hieß es, es gebe zwar keine richtige Nachrichtensperre, aber nichts Neues. Man werde jedoch informieren, wenn sich am Zustand des Politikers etwas ändert. Offenbar ist die Informationspolitik auf Wunsch und als Schutz für die Familie eher restriktiv. Man will nicht, dass Informationen nach außen dringen, die Spekulationen befeuern, oder, dass Angehörige Details über die Medien erfahren müssen.

Steinkellner ist am Montag aus der Quarantäne zurückgekehrt. Er bleibe Landesrat und wird nicht LH-Stellvertreter. Es handle sich um eine „hoffentlich kurzzeitige Übernahme der Regierungsagenden“. Einige Präsenztermine für diese Woche seien bereits in der Vorwoche vorsorglich abgesagt worden. In der FPÖ waren zuletzt mehrere Corona-Fälle aufgetreten. Neben Haimbuchner, Steinkellner und Cramer wurde auch Klubdirektor Ferdinand Watschinger – inzwischen wieder genesen – positiv getestet. Cramer ist seit drei Tagen auf der Normalstation.

Die Leitung der Landespartei übernahm interimistisch der Welser Bürgermeister Andreas Rabl. Er sprach sich für Impfungen von Politikern aus, die in einem Krisenstab sitzen – etwa am Ende der Phase Zwei. „Es geht da nicht drum sich vorzudrängeln sondern darum, ein Gefährdungspotenzial einzuschätzen“. Dieses zeige sich auch dadurch, dass in Oberösterreich „überdurchschnittlich viele Politiker erkrankt sind“. Sie seien meist die einzigen noch nicht Geimpften in den Krisenstäben.

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Seine neuen Aufgaben reichen von der „Weiterführung der Wahlkampf-Vorbereitungen bis zu politischen Entscheidungen, wie sich die Partei zu bestimmten Themen positioniert“, sagte der 48-jährige Rabl zur APA. Dabei spreche er sich mit den anderen Stellvertretern des Landesparteiobmanns ab.

Haimbuchner habe ein junges motiviertes Team um sich, was die Arbeit sehr erleichtere. „Da sitzt jeder Handgriff.“ Ein morgendliches Telefonat und eine wöchentliche längere Koordinationssitzung sowie allfällige weitere Termine seien die Eckpfeiler seiner neuen Tätigkeit – die Stellvertretung des Bundesparteiobmannes gehöre nicht dazu. Polit-Arbeit über „seine“ Stadt hinaus sei er als Leiter der internen Reformgruppe zur Zukunft der Partei gewohnt.

Haimbuchner erwarte „sicher ein längerer Heilungsprozess, allerdings hoffe ich, dass Manfred Haimbuchner sich früher dazu schalten wird können“. Man müsse unterscheiden, ab wann der Landesparteichef wieder Sitzungen halten und Termine übernehmen können wird oder einfach in Zoom-Sitzungen Dinge mitüberlegen könne. Im ersten Moment sei er natürlich sehr besorgt gewesen und überrascht, aber auch „schockiert, wie schnell es geht“, sagte Rabl zu Haimbuchners Erkrankung.

Persönlich „versuche ich die Regeln mit Hausverstand anzuwenden. Lüften, Abstand halten, testen gehen. Man ist sich der Ernsthaftigkeit der Krankheit bewusst“, verdeutlichte der Bürgermeister und Interims-Landesparteichef.

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