Nach Hundertstel-Krimi flossen die Tränen

Siebenhofer fehlten bei Holdener-Sieg 0,04 Sekunden, um Medaillenserie fortzusetzen

ALPINE SKI-WORLD-WOMEN-SWE-DOWNHILL-SLALOM

Im Weltcup wäre Ramona Siebenhofer mit ihrem besten Ergebnis in einer Kombination wohl durchaus zufrieden gewesen. Davon konnte beim WM-Bewerb in Aare nach dem Hundertstelkrimi keine Rede sein. Trotz starker Slalom-Leistung entglitt der Speed-Spezialistin, die die Abfahrt gewonnen hatte, die Bronzemedaille auf den letzten Metern. Es wäre die Fortsetzung der rot-weiß-roten Kombi-Serie gewesen, seit 1991 hatten es die ÖSV-Damen bei jeder WM aufs Podest geschafft. Am Ende blieb Blech, der undankbarste Platz bei Großereignissen mit nur vier Hundertstel Rückstand auf die Drittplatzierte Ragnhild Mowinckel (NOR) drückte gewaltig auf die Tränendrüse.

„Ich bin sehr enttäuscht. Das tut sehr weh“, stammelte Siebenhofer mit nassen Augen ins ORF-Mikrofon. Die Chance aufs erste Edelmetall am Sonntag in der Abfahrt war da nur ein schwacher Trost, zumal die 27-Jährige wohl sogar in ihrer Spezialdisziplin die Medaille vergeben hatte, als sie im unteren Teil wertvolle Zeit eingebüßt hatte. Die Teamkolleginnen litten mit: „Sie haben mich in die Arme geschlossen und auch geweint, schon vor mir“, schilderte Siebenhofer später.

Favoritinnen schlugen zu

Den Sieg machten sich bei schwachem Flutlicht wie erwartet die zwei Topfavoritinnen aus — ebenfalls in einem Krimi. Zwischen Wendy Holdener (SUI), die ihren Titel von 2017 verteidigte, und Petra Vlhova (SVK) lagen 0,03 Sekunden. Sie waren mit ihren Torläufen aber nicht ganz glücklich: „Ich bin schon besser Slalom gefahren“, meinten beide unisono.

Erfreulich aus ÖSV-Sicht: Die erst 21-jährige Franziska Gritsch ließ mit starkem Slalom und Rang acht aufhorchen. Und war nicht restlos zufrieden: „Die Abfahrt zipft mich ein bisschen an. Aber es war ein gelungener Start.“ Ricarda Haaser schied aus, Christian Ager wurde 17.