Historisch! Der LASK ließ die Gugl beben

Nach langem Zittern feierten die Linzer mit dem 3:1 gegen Basel Einzug ins CL-Play-off

FUSSBALL: UEFA CHAMPIONS LEAGUE / QUALIFIKATION: LASK - FC B

Strömender Regen, Gänsehaut-Atmosphäre und ein LASK, der Geschichte schreiben wollte — all das erinnerte frappant an die schwarz-weiße Sternstunde vom Hinspiel vor einer Woche, weshalb einer weiteren magischen Europacupnacht nichts mehr im Wege zu stehen schien. Bis auf den FC Basel, der wie erwartet ein anderes Gesicht zeigte und dem LASK auf dem Weg ins Play-off, wo nach dem 3:3 in Kiew Brügge wartet, noch einmal gewaltige Sorgen bereitete. Doch am Ende hallte ein „Ohhhh wie ist das schön durch das ausverkaufte Stadion“, nach dem 3:1-Erfolg feierte der LASK eine Mega-Party!

Von Christoph Gaigg und Roland Korntner

Basel mit neuem Gesicht

Schon nach wenigen Minuten war offensichtlich: Die Schweizer waren wesentlich besser auf das aggressive Spiel der Athletiker eingestellt, hielten selbst mit Robustheit dagegen und erarbeiteten sich alleine in den ersten 22 Minuten mehr Topchancen, als im ersten Duell. Als der baumlange Ademi, der neu in die Anfangself von Marcel Koller gerückt war, per Kopf die Latte traf (11.), ging ebenso ein Raunen durch die Gugl, wie elf Minuten später, als Kapitän Stocker aus guter Position knapp das Tor verfehlte. Auch der LASK hatte freilich seine Momente, die die stimmgewaltigen Anhänger richtig laut werden ließen: Klauss schloss alleine vor Goalie Omlin zu früh ab (5.), der reagierte später glänzend gegen Tetteh (23.).

LASK-Verteidigung geriet ins Schwimmen

Insgesamt hatte der offensiv eingestellte FC Basel aber deutlich mehr vom Spiel, kam anders als letzte Woche immer wieder gut über die Außen hinter die Abwehr und brachte die LASK-Verteidigung nicht wegen des Regens ins Schwimmen. Fast sinnbildlich: Der wütende Trainer Valerien Ismael, der seine zu tiefstehende Mannschaft von der Seitenlinie wie wild weiter rausjagen wollte. Pendant Koller machte hingegen schon nach 17 Minuten einem Balljungen das erste Mal klar, sich besser mit der Ballausgabe zu sputen.

Auch nach der Pause kamen die Eidgenossen besser aus der Kabine, ohne zunächst zwingend zu werden. Auch, weil der LASK die Außenbahnen nun besser zustellte.

Riesenjubel, Zittern, dann völlige Ekstase

Und dann kam der Moment, an dem der gesamte Froschberg erstmals richtig zu beben schien. Die Uhr zeigte exakt 21.45, als die erste längere Ballbesitzphase in Hälfte zwei das Leder zu Ranftl führte, dessen Hereingabe lenkte Basels Petretta unhaltbar für Omlin ins kurze Eck ab — 1:0 (59.)! Eine schwarz-weiße Jubeltraube bildete sich, Ismael ballte die Faust und schrie die Freude in den Linzer Nachthimmel. Da war es wieder, das Funkeln in den Augen, mit dem er schon als Spieler den gegnerischen Angreifern das Fürchten gelehrt hatte. Vom zwischenzeitlichen Schock erholten sich die „Bebbi“ in Form einer Schlussoffensive, die mit dem 1:1 von Ademi belohnt wurde (80.). Spätestens jetzt hieß es gewaltig zittern. Böse Erinnerungen an das Aus gegen Besiktas wurden plötzlich wach. Bis zur 89. Minute, als Goiginger die Linzer erlöste und die Gugl in Ekstase versetzte. Raguz setzte den Schlusspunkt (93.), mit einem Gesamtscore von 5:2 katapultierten sich die Stahlstädter ins Play-off, mindestens fünf Mio. Euro an Prämien sind fix.

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