Nach verdienter Pleite wartet ein Endspiel

Österreichs Nationalteam hatte bei 0:2 gegen die Niederlande offensiv wenig auszurichten

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Von der erhofften Überraschung war Österreichs Nationalteam im zweiten EM-Gruppenspiel in Amsterdam gegen die Niederlande weit entfernt. Die ÖFB-Auswahl musste nach der verdienten 0:2-Niederlage die Überlegenheit des Gegners anerkennen. „Sie waren fußballerisch auf einem höheren Niveau als wir“, gestand Marcel Sabitzer.

Für die ÖFB-Auswahl war auch der Spielverlauf mit dem frühen Rückstand nach elf Minuten durch das Elfmetertor von Memphis Depay ausschlaggebend.

„Holland ist mit diesem Vorteil gestartet. Wenn es länger 0:0 steht, wäre es womöglich anders gelaufen“, spekulierte Sportdirektor Peter Schöttel. Das Foul an Denzel Dumfries, das das Schiedsrichter-Team erst durch den VAR entdeckte, nahm David Alaba auf seine Kappe. „Das war sehr bitter“, sagte der Wiener.

„Zu wenig einstudiert“

Das Hauptproblem lag allerdings wieder einmal im Offensivspiel. Die Österreicher fanden gegen kompakte Niederländer so gut wie kein Durchkommen. „Wir haben keine Lösungen gefunden“, fand Verteidiger Martin Hinteregger kritische Worte. „Wir haben immer nur über die Außen gespielt, das ist ein bisschen leicht ausrechenbar. Wir haben darauf zu wenig Fokus gelegt, das zu wenig einstudiert.“ Für Teamkollege Aleksandar Dragovic hätten, wie schon in den vergangenen Partien, die tiefen Läufe gefehlt.

Schöttel verteidigte Foda

Sportdirektor Peter Schöttel stimmte bei: „Es gelingt uns nicht, gegen sehr gute Gegner Torchancen herauszuspielen.“ Man habe viel, vielleicht zu viel Ballbesitz gehabt, aber zu sehr auf Ball halten und in die Breite gespielt. Teamchef Franco Foda nahm er explizit in Schutz: „Der Teamchef hat nicht angeordnet, dass wir nicht in die Tiefe spielen dürfen.“

Foda ortete zu wenig Durchschlagskraft im Angriffsdrittel, zudem bemängelte er viel zu viele einfache Abspielfehler im Aufbau.

Einig war man sich über die weitere Marschroute, der Glaube an den Aufstieg lebt. „Es bringt ja nix, wenn wir jetzt den Kopf in den Sand stecken. Wir haben gewusst, dass die Ukraine ein Endspiel wird, so ist es nun“, verwies Dragovic auf das Duell am Montag um Platz zwei.

Keine Rechenspiele

Ein Punkt könnte — wie auch eine knappe Niederlage — zumindest zum Aufstieg als Gruppendritter reichen. Darauf will man sich aber nicht einlassen. „Wir rechnen nicht, wollen jedes Spiel gewinnen“, betonte Dragovic, der selbst drei Jahre in der Ukraine bei Dynamo Kiew gespielt hatte. ÖFB-Präsident Leo Windtner sprach der Mannschaft jedenfalls Mut zu: „Wir könnten den Punkt sicherlich machen. Wir haben die Entschlossenheit und das Zeug“, meinte der Oberösterreicher.

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