Nachfrage nach Bio-Kräutern steigt stetig: Jetzt wird kräftig investiert

Genossenschaft errichtet um fünf Millionen Euro einen zweiten Standort in Bad Leonfelden – Schon 104 bäuerliche Produzenten

Bereits 104 Bauern in mehreren Bundesländern bauen für die Mühlviertler Genossenschaft zahlreiche Kräuter in Bio-Qualität an.
Bereits 104 Bauern in mehreren Bundesländern bauen für die Mühlviertler Genossenschaft zahlreiche Kräuter in Bio-Qualität an. © Bergkräutergenossenschaft/Aigner

Jeweils zweistellige Umsatzsteigerungen in den vergangenen Jahren und ein regelrechter Schub seit Ausbruch der Corona-Pandemie machen es möglich: Die 1986 gegründete Bergkräutergenossenschaft in Thierberg in der Gemeinde Hirschbach (Bez. Freistadt) nimmt die bisher größte Investition in Angriff. „Im nahe gelegenen Inkoba-Gebiet in Bad Leonfelden haben wir ein ideales, 8000 m² großes Grundstück gefunden, auf dem wir ein 2000 m² großes Gebäude errichten und auch Platz für eine eventuellen weiteren Expansionsschritt haben werden“, sagt Geschäftsführer Karl Dirnberger im Gespräch mit dem VOLKSBLATT.

Die Investitionskosten beziffert er mit fünf Millionen Euro, wobei die Verarbeitung und das Lager zum neuen Standort wandern werden. In Thierberg, wo die Bergkräutergenossenschaft bereits aus allen Nähten platzt und 60 Mitarbeiter beschäftigt werden, verbleiben die Verwaltung und die Verpackung der diversen Tees und Kräuter.

Genossenschaft sucht weitere Produzenten

Obwohl die Zahl der Mitglieder und Produzenten mittlerweile die die Grenze von 100 übersprungen hat – aktuell sind es 104 Bauern – ist man nach wie vor auf der Suche nach neuen Landwirten, die Kräuter in Bio-Qualität anbauen möchten. Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang laut Dirnberger ein vor einem Jahr installierter Anbauberater.

Die Anbaufläche – Produzenten gibt es in mehreren Bundesländern – beträgt mittlerweile knapp 280 Hektar, die Vielfalt der Produkte ist mit 30 groß wie nie und reicht von A wie Apfelminze bis zu Z wie Zitronenmelisse.

Den größten Umsatz erzielt die Bergkräutergenossenschaft nach wie vor mit ihren diversen Tee-Spezialitäten, allerdings nehmen Gewürze wie Schnittlauch, Petersilie und Thymian noch stärker zu. Über alle Produkte gerechnet geht 25 Prozent des Absatzes in den Export, hier sind die wichtigsten Märkte Deutschland, gefolgt von Frankreich und Südtirol. Ein eigenes Sensorik-Team stellt in Thierberg die diversen Tee- und Kräutermischungen zusammen, erfüllt aber auch diverse Kundenwünsche.

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Im Herbst 2020 hat Dirnberger den Anbau von Lavendel im Mühlviertel gestartet, der vor allem für Duftkissen zum Einsatz kommt. Aber auch im Lebensmittelbereich steigt die Nachfrage. Basilikum würde der Geschäftsführer noch gerne in die Produktpalette aufnehmen – allerdings passen dafür die klimatischen Bedingungen nicht. „Dem Basilikum ist es im Mühlviertel schlicht und einfach zu kalt.“

Von Heinz Wernitznig

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