Nachhaltigkeit ist in Minsk Trumpf

2. European Games: Vorfreude bei Organisatoren groß — 4000 Sportler dabei

Die Stadt perfekt herausgeputzt (sogar die Kanaldeckel wurden neu lackiert), das Maskottchen (der Fuchs Lesik) lacht einem überall entgegen, im Dinamo Stadion herrscht strengstes Fotografierverbot.

Minsk präsentierte sich beim Lokalaugenschein auf Einladung des Organisationskomitees schon drei Wochen vor der Eröffnung bereit für die 2. European Games.

57 ÖOC-Athleten

200 Medaillenentscheidungen in 23 Disziplinen stehen in der weißrussischen Hauptstadt von 21. bis 30. Juni auf dem Programm, rund 4000 Sportler werden teilnehmen, 57 davon kommen aus Österreich. Auch wenn die Europaspiele noch in den Kinderschuhen (Premiere 2015 in Baku) stecken und um ihre Anerkennung kämpfen müssen, die Vorfreude im rot-weiß-roten Lager ist groß: „Da es erst die zweiten sind, ist es etwas Besonderes“, meinte etwa Oberösterreichs Top-Judoka Sabrina Filzmoser. Für die 38-Jährige und ihre Kollegen geht es neben Medaillen auch um wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation.

Die Vorfreude ist aber auch bei den Organisatoren vor Ort spürbar. „Wir versuchen unser schönes Land zu öffnen“, erklärte George Katulin, der Geschäftsführer des OK. „Die Beachsoccer-, Karate- und Judo-Bewerbe sind schon ausverkauft“, jubelte er über den Absatz der Tickets, die nur zwischen zwei und 20 Euro kosten.

Nachhaltige und wirtschaftliche Spiele

Mehr als die Hälfte der 240.000 Eintrittskarten insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt schon weg.

Besonders stolz zeigen sich die Verantwortlichen über die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Spiele. Im Gegensatz zu Baku, wo die gesamte Infrastruktur praktisch neu errichtet wurde, ging Minsk einen anderen Weg. Die bestehenden Sportstätten wie zum Beispiel das Dinamo Stadion wurden bei Bedarf modernisiert, lediglich das kleine Beachsoccer-Stadion für 1300 Fans neu errichtet. „65 Prozent der Investitionen sind nachhaltig“, betonte Katulin. So wird das „Olympische Dorf“ nach dem Sommer Studenten und Sportler beherbergen, die 300 neuen Busse fahren im öffentlichen Verkehr weiter. Dazu erhielt etwa der Minsker Flughafen eine neue Landepiste.

Das Fazit der Reise: Die Sportler dürfen sich auf herzliche Gastgeber, Top-Sportstätten und eine schöne Stadt freuen.

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