Nachholbedarf bei Wohnplätzen

Lebenshilfe fordert mehr Voll- und Teilbetreuung für Menschen mit Beeinträchtigung

Eine klassische Wohnsituation © Lebenshilfe OÖ

Sehr erfreulich ist für das neu gewählte Präsidium der Lebenshilfe OÖ – Helga Scheidl und ihr Vize Josef Stockinger wurden in ihren Ämtern bestätigt, Stefan Hutter ist neuer Vize –, dass in Oberösterreich bis 2021 400 neue Wohnplätze für Menschen mit Behinderung entstehen werden. Doch der Nachholbedarf sei so groß, dass auch in der nächsten Legislaturperiode weitere 500 Plätze geschaffen werden müssen, um den dringenden Bedarf abzudecken.

„Wir sind eine starke, manchmal unangenehme Stimme für Inklusion“, betont der Generaldirektor der OÖ Versicherung und Vize-Präsident Stockinger: „Man erkennt den Reifegrad einer Gesellschaft und der Demokratie daran, wie sie mit den Schwächsten in der Gesellschaft umgeht.“

„Es geht nicht nur darum, den dringendsten Wohnbedarf, wenn plötzlich die betreuenden Eltern sterben, abzudecken, sondern junge Menschen mit Behinderung möchten genauso wie ihre Alterskollegen früher als mit 50 Jahren ausziehen“, sagt Präsidentin Scheidl, die selbst Mutter eines beeinträchtigten Sohnes ist. Der neue Vize Hutter kennt die Problematik als betroffener Bruder, der selbst einmal in der Situation war, kurzfristig eine geeignete Betreuung für seine Schwester zu organisieren.

Die optimale Wohnform sind Häuser mit 16 Wohnplätzen, wobei einer davon für einen Kurzaufenthalt zur Verfügung steht.

Neben den Wohnplätzen bemüht sich die Lebenshilfe, die mit 1400 Mitarbeitern 1800 Menschen betreut, auch darum, vermehrt Klienten einen Arbeitsplatz bei Firmen zu organisieren.

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