Nachwuchssorgen bei Familie Luchs im Nationalpark Kalkalpen

Keine Hinweise auf erfolgreiche Fortpflanzung

Luchs-Weibchen Skudi, von einer Fotofalle aufgenommen. Vom heiß ersehnten Nachwuchs gibt es bisher aber noch keine Spur.
Luchs-Weibchen Skudi, von einer Fotofalle aufgenommen. Vom heiß ersehnten Nachwuchs gibt es bisher aber noch keine Spur. © Nationalpark Kalkalpen

Drei geschlechtsreife Weibchen, drei geschlechtsreife Männchen, allesamt gesund und im besten Alter — Die Voraussetzungen für Kindersegen bei den Luchsen im Nationalpark Kalkalpen könnten eigentlich nicht besser sein.

Alleine: Es gibt keinerlei Hinweise, dass sich der heiß ersehnte Nachwuchs bei den scheuen Tieren eingestellt haben könnte. Mittlerweile werden die Sorgenfalten bei den Verantwortlichen im Nationalpark immer tiefer: „Normalerweise würden die Jungtiere, die meist im Juni geboren werden, um diese Jahreszeit längst mit den Muttertieren unterwegs sein, um das Jagen zu lernen, aber davon gibt es keine Spur“, schildert Nationalpark Sprecher Franz Sieghartsleitner. Feststellen könne man dies anhand von Fotofallen. Nahezu wöchentlich tappt eines der Tiere in eine der rund 50 Überwachungseinrichtungen. Von Jungtieren allerdings war bisher nichts zu sehen.

„Ganz wollen wir die Hoffnung noch nicht aufgeben, aber wenn es bis Ende Oktober noch immer keine Anzeichen gibt, müssen wir uns Gedanken machen, woran dies liegen könnte“, so Sieghartsleitner. Tatsache sei, dass die Sterblichkeitsrate bei Jungtieren relativ hoch sei. „Von vier Tieren überlebt im Schnitt nur eins. Dazu kommt, dass auch Luchse, vor allem Jungtiere, viele Feinde haben, etwa Füchse oder auch Steinadler“, weiß Sieghartsleitner. Falls aber nicht doch noch ein überraschendes Wunder geschieht, müsse man sich auf Ursachenforschung begeben. Denn ohne Nachwuchs ist das ambitionierte Projekt zum Scheitern verurteilt.

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