Nächste Rundumschläge Trumps

US-Präsident legt sich mit Reporter an — Minister-Entlassung schwächt Sonderermittler

Links: Trump greift einen CNN-Journalisten verbal an, weil ihm dessen Fragen nicht passen.Oben: Justizminister Sessions musste auf Geheiß Trumps seinen Posten räumen.
: Trump greift einen CNN-Journalisten verbal an, weil ihm dessen Fragen nicht passen. © AFP/Ngan

Keine 24 Stunden nach den Halbzeit-Wahlen hat US-Präsident Donald Trump zu nächsten Rundumschlägen ausgeholt. In der Nacht auf Donnerstag musste wie berichtet Jusitzminister Jeff Sessions auf Druck des Präsidenten seinen Posten räumen. Sessions war ursprünglich einer von Trumps Unterstützern der ersten Stunde. Als Dank dafür wurde er zum Justizminister ernannt. Weil er sich in dieser Funktion aber entgegen den Wünschen Trumps nicht gegen Sonderermittler Robert Mueller und dessen Untersuchungen im Zuge der Russland-Affäre vorging, fiel er bei Trump in Ungnade.

Das hat Sessions nun seinen Job gekostet. Zum kommissarischen Nachfolger wurde Sessions Stabschef Matthew Whitaker bestellt. Dieser passt Trump offenbar besser. Denn Whitaker hatte sich bereits mehrmals gegen Mueller und dessen Ermittlungen ausgesprochen. Sessions Entlassung sei daher ein „unverhohlener Versuch“, die Russland-Ermittlungen zu untergraben, wetterte die führende Demokratin Nancy Pelosi.

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Berichten zufolge gibt es weitere Wackelkandidaten in Trumps Kabinett, darunter Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen, Innenminister Ryan Zinke, Verteidigungsminister James Mattis und Wirtschaftsminister Wilbur Ross.

„Unhöfliche und schreckliche Person“

In einer Pressekonferenz nach den Kongresswahlen hat Trump dann den Chefkoresspondenten des Nachrichtensenders CNN, Jim Acosta, verbal angegriffen. Auf dessen Fragen zu den Themen Einwanderung und Russland, wetterte Trump: „Das reicht!“ Dann versuchte eine Praktikantin des Weißen Hauses, Acosta das Mikrofon abzunehmen, was dieser abwehrte. Daraufhin erklärte Trump: „CNN sollte sich dafür schämen, dass Sie für sie arbeiten. Sie sind eine unhöfliche und schreckliche Person.“ Wenig später wurde Acosta die Akkreditierung entzogen.