Nandu-Suche: „Franz“ muss weiter auf „Sisi“ warten

Scheuer Laufvogel über eine Woche vermisst — Halterin Jasmin Grück hofft auf Happy-End

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Sisi hat wie es scheint keine Lust auf ein Wiedersehen mit ihrem Franz. Für ein Foto konnte das Tier erwischt werden, dann haute sie wieder ab. © APA

Von Renate Enöckl

SIERNING — Sie ist blitzschnell und sehr gelehrig: Seit nunmehr über einer Woche narrt Nandu-Weibchen „Sisi“ im Raum Sierning die Such-Teams um Halterin Jasmin Grück. Der eineinhalb Jahre junge Laufvogel war wie berichtet vor neun Tagen gemeinsam mit seinem Gefährten „Franz“ aus dem neuen Zuhause an der Steyr ausgebüxt. Während der Hahn bereits wieder die Pflege seiner Halterin genießen darf, ist „Sisi“ nach wie vor auf Achse — und hält Besitzer, Feuerwehr und Tierrettung ordentlich auf Trab. „Wir hatten zwar schon mehrere Sichtungen, auch wenn es einmal eine Verwechslung mit einem Fischreiher war“, sagt Grück zum VOLKSBLATT. Doch der Vogel ist immer wieder entkommen. Die 54-Jährige vermutet ihn derzeit in Richtung Reichraminger Hintergebirge. Der Plan ist, „Sisi“ mit Hilfe eines Blasrohres und Betäubungspfeiles einzufangen. Dafür müsste man aber erst einmal auf maximal zehn Meter heran. Und das ist gar nicht so einfach, denn: „,Sisi‘ bemerkt mittlerweile sofort, wenn sie eingekreist wird.“ Grück hofft nun, dass sie nicht einem Autounfall zum Opfer fällt — oder einem schießwütigen Landsmann: Nandus abzuschießen ist ohnehin verboten, sie stehen unter Artenschutz.

Gefährte „Franz“ hat derweil das Herz seiner Halter erobert. „Er ist schon recht zutraulich, frisst aus der Hand und weiß auch ganz genau, wo er was bekommt“, schmunzelt Grück darüber, dass sich der Nandu jüngst über ihre Tomatenpflanzen hergemacht hat. „Franz“ darf sich auch bald über einen Neuzugang freuen. „Wir haben ein zweites Weibchen gefunden“, sagt Grück, die natürlich auch noch auf ein Happy-End mit „Sisi“ hofft. „Zwei Frauen für ihn wären ohnehin besser“, sagt sie. Wer den 1,30 Meter großen Vogel sieht, der sollte nicht selbst versuchen, ihn einzufangen, sondern Bescheid geben: Tel. 0676/7033397 oder 0664/63 82 741.