„MKH brodelt nächste Woche“

Wels: Von 20. bis 24. November wird 20 Jahre Jugendmedienfestival Youki gefeiert

Leni Grubers preisgekrönter Film „Schneemann“ läuft im Wettbewerb.
Leni Grubers preisgekrönter Film „Schneemann“ läuft im Wettbewerb. © privat

Von Philipp Wagenhofer

Es habe bei der Youki 7 viele Schüler gegeben, die zu ihren Lehrern meinten, dies sei die schönste Schulveranstaltung ihres Lebens, hat mir der 2009 verstorbene Youki-Gründer Hans Schoiswohl 2005 gesagt. Ein schöneres Kompliment konnte und kann es für Österreichs größtes internationales Jugendmedienfestival in Wels nicht geben. Das Interesse ist auch nach 20 Jahren Youki ungebrochen. „Wir werden in aller Welt beobachtet und ge- liked“, sagte gestern die seit 2015 amtierende Festivalchefin Laura-Lee Röckendorfer bei der Programm-Präsentation. Ihr stehen Anna Prischl (künstlerische Leitung Wettbewerb) und Anna Rieder (Finanzen) zur Seite.

1999 wurden rund 100 Filme eingereicht

Für das Festival von 20. bis 24. November in Medien Kultur Haus (MKH) und Schl8hof wurden 2753 Filme aus 109 Ländern eingereicht. Im Programm werden 96 Streifen aus 35 Ländern gezeigt. Übrigens: Bei der 10. Youki meinte der damalige Programmchef Siegfried A. Fruhauf: „Wir mussten wieder einen Marathon absolvieren.“ Es ging um die Sichtung der Einreichungen. „Wir hatten mehr als 300 Beiträge zu bewerten, ein Rekord“, so der Experimentalfilmer. Bei der ersten Youki 1999 freute man sich über rund 100 Beiträge.

„Diese Veranstaltung hat ein außerordentliches Potenzial“, sagte Hans Schoiswohl im Jahr 2000, das werde freilich nicht von allen erkannt, sondern schlicht als „ganz nett“ abgetan. Für junge Filmer bedeute das Ereignis aber einen ungeheuren Motivationsschub, betonte er.

Der Welser Regisseur Andreas Gruber hatte 1999 in Folge von Film Tagen bzw. Film Fest Wels mit Gabriele Kranzelbinder das Festival KINOVA gegründet, in dessen Rahmen auch die Youki über die Leinwand flimmerte. Bei diesem Fest waren Größen wie Gianni Amelio, Michele Placido und Emir Kusturica samt Band mit von der Partie. Das Festival des Europäischen Films, KINOVA, war nach einer Ausgabe Geschichte. „Für Wels ist die Sache endgültig gestorben“, so Gruber 2000. Überlebt hat nur die Youki, 1999 als „Impulsgeber und Plattform für Austausch und Diskussion“ bezeichnet, als Motor für Medienkompetenz.

Das „Jubel Youki Jubiläum“ beinhaltet am 20. November ein von den ehemaligen Youki-Gestaltern Siegfried A. Fruhauf, Rudolf Agner und Anna Spanlang kuratiertes Lieblingsprogramm. Sie haben aus den seit 1999 rund 1700 gezeigten Kurzfilmen ausgewählt. Und am 23. 11. kuratieren Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger, die von 2009 bis 2014 an der Youki-Spitze standen, eine „Super Selection“.

Das Motto des diesjährigen Festivals lautet „Zwischen“ und wird in Media Meetings behandelt, etwa in „Zwischen, Menschlich“ (21. 11.), der Begegnung über physische und politische Grenzen hinweg. In „Zwischen Zeit“ bringt die Youki am 24. 11. den Episodenfilm „Slidin’ — Alles bunt und wunderbar“ (1998) — Regisseur Reinhard Jud und der in New York lebende Linzer Kameramann Wolfgang Lehner sind dabei.

Man bietet weiters Vermittlungsprogramme und Workshops (für die es noch Restplätze gibt) an.

Im Wettbewerb der 10- bis 26-Jährigen werden Auszeichnungen in drei Alterskategorien vergeben. Abfeiern ist in der Youki-Nightline angesagt, wo etwa die Dives auftreten werden. „Das ganze Haus brodelt nächste Woche“, sagt Röckendorfer.

*

Alle Infos: www.youki.at