Nato bereitet Weltraumkrieg vor

Militärallianz stellt sich auf gar nicht unrealistische Szenarien ein

Kein unrealistisches Szenario mehr: Indien hat bereits den Abschuss eines Satelliten getestet.
Kein unrealistisches Szenario mehr: Indien hat bereits den Abschuss eines Satelliten getestet. © edobric - stock.adobe.com

Indien hat Ende März einen Satelliten abgeschossen — einen eigenen zum Test einer Anti-Satelliten-Rakete. Die Nasa protestierte scharf, weil Weltraumschrott entstand, der auch die Internationale Raumstation (ISS) gefährden könnte. Indien hat aber vor allem bewiesen: Das Szenario vom Krieg im Weltraum ist längst nicht mehr Science Fiction, sondern bedrohliche Realität.

Und auf die stellt sich die Nato jetzt ein: Heute will das Militärbündnis bei einem Verteidigungsministertreffen erstmals eine Weltraum-Strategie beschließen. „Es ist wichtig, dass wir auch im Weltraum wachsam sind“, erklärte Nato–Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel.

Ende des Jahres könnte die Nato den Weltraum zum eigenständigen Operationsgebiet erklären. Damit würden zusätzliche Ressourcen bereitgestellt und mögliche Angriffe aus dem Weltraum so behandelt wie bisher solche am Boden oder im Luft-, See- oder Cyberraum. Ein Grund dafür ist, dass die Nato immer mehr von Technik im All abhängig ist. Über Satelliten läuft die Kommunikation bei Militäreinsätzen, sie werden zur Aufklärung und Spionage sowie für Navigationssysteme genutzt.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Angriff auf Satelliten der Nato-Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit erheblich einschränken könnte. Zusätzlich könnten etwa die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und der zivile Verkehr schwer beeinträchtigt werden. Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, desto größere Folgen könnte so ein Angriff haben.

Neben dem Nato-Land USA haben Russland und China ihre Fähigkeiten für Weltraumkriege erheblich ausgebaut — und eben auch das Entwicklungsland Indien…

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