Nazilieder waren „Grußfloskeln“

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen drei ehemalige MAN-Mitarbeiter ein

Von Heinz Wernitznig

STEYR — Für Aufregung hatten im Februar Medienberichte gesorgt, wonach sich der deutsche Nutzfahrzeugehersteller MAN in seinem Werk in Steyr von drei Mitarbeitern getrennt hat, weil sie Nazilieder gesungen haben sollen. Gegen sie wurde in der Folge von der Staatsanwaltschaft Steyr ermittelt, ob sie während der Arbeitszeit und auf dem Werksgelände gegen das Verbotsgesetz verstoßen haben.

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Keine Nazi-Gesinnung

Wie sich aber im Zuge von Einvernahmen, freiwilligen Nachschauen und IT-Ermittlungen herausgestellt hat, konnte die Anklagebehörde bei dem Trio keinerlei Hinweise auf eine nationalsozialistische Gesinnung finden, weshalb das Ermittlungsverfahren mittlerweile eingestellt wurde. „Das Singen von Naziliedern konnte nicht erwiesen werden“, erläutert Staatsanwältin Julia Rauscher im Gespräch mit dem VOLKSBLATT.

So hatten die Ermittlungen ergeben, dass die Männer „abgewandelte Grußfloskeln“ wie „Heilo“ statt „Hallo“ oder „Heilzeit“ statt „Mahlzeit“ verwendet haben. Die Beschuldigten hätten angegeben, dass es sich dabei stets um scherzhafte Äußerungen gehandelt habe, ein Propagieren nationalsozialistischer Ziele sei nicht deren Absicht gewesen, so die Staatsanwältin.

Bei MAN in Steyr gab man am Donnerstag auf VOLKSBLATT-Anfrage keine Stellungnahme dazu ab.