„Neu, lustig, schräg und aktuell“

Linzer Theaterkollektiv Das Schauwerk will junges Publikum gewinnen

Die Mitglieder des Theaterkollektivs Das Schauwerk als Protagonisten des Insta-Krimis „Irgendein Clue und das unbeschreibliche Werk“: oben (v. l.) : Sarah Baum, Stefan Parzer und Stefanie Altenhofer, unten (v. l.): Julia Frisch, Anja Baum und Beate Korntner
Die Mitglieder des Theaterkollektivs Das Schauwerk als Protagonisten des Insta-Krimis „Irgendein Clue und das unbeschreibliche Werk“: oben (v. l.) : Sarah Baum, Stefan Parzer und Stefanie Altenhofer, unten (v. l.): Julia Frisch, Anja Baum und Beate Korntner © Das Schauwerk

Mit kreativen, „sozial distanzierten Insta-Krimis“ haben sie im ersten Lockdown prächtig unterhalten und davor schon den Linzern mit ihrem Stück „Irgendwo dazwischen oder der Linzerwertigkeitskomplex“ den Spiegel vorgehalten: Für ihr Engagement werden die Mitglieder des jungen Linzer Theaterkollektivs Das Schauwerk demnächst mit dem Anerkennungspreis des Bühnenkunstpreises 2019/2020 gewürdigt. „Eine großartige Wertschätzung“, freut sich Das Schauwerk-Mitgründerin Stefanie Altenhofer.

Interaktive Ermittlungen auf Instagram

„Zum Glück können wir trotz Lockdown jetzt proben“, so Altenhofer im VOLKSBLATT-Gespräch zur aktuellen Situation. „Für uns freischaffende Künstler ist das jetzt eine sehr herausfordernde Zeit zwischen hoffen und bangen, wo wir sehr viel neu planen und auch finanziell zurecht kommen müssen.“ Das sei auch der Grund dafür, warum das Internet aktuell von der Truppe (noch) nicht wieder bespielt wird. Denn die Idee zu den Insta-Krimis wurde im ersten Lockdown praktisch als Beschäftigungstherapie für die zuhause festsitzenden Vereinsmitglieder geboren. Mit Zeichnungen, Sprechblasen, Gesang und auch sonst jeder Menge lustiger Einfälle wurde die originelle Krimiserie, die sich in zwei Fällen mit jeweils mehreren Folgen auf Instagram abgespielt hat, unterlegt und das Publikum zum Mitmachen und Mitraten angeregt. Altenhofer: „Es sollte neu, lustig und schräg sein und aktuelle Themen wie das Eingesperrtsein ansprechen.“ Die jungen Künstler haben dafür alle Register ihres Könnens gezogen, das unterhaltsame Ergebnis wirkt wie eine Persiflage auf Thomas Brezinas Kinderkrimis im ORF. Die Insta-Krimis kann man übrigens immer noch über Instagram abrufen.

Das Schauwerk, das sind neben der Schauspielerin Altenhofer die Linzerinnen Anja und Sarah Baum, Töchter des Schriftstellers Thomas Baum. Anja ist Regisseurin, Sarah Theaterschauspielerin und Musicaldarstellerin. Mit dabei auch die Schauspieler Julia Frisch und Stefan Parzer, Beate Korntner hat Gesang und Schauspiel studiert. Alle arbeiten als freie Künstler und haben neben dem Schauwerk diverse Engagements. Altenhofer: „Von Musical über Schauspiel bis Performance decken wir alles ab.“ Vielseitigkeit sei eine der Qualitäten der Truppe.

Es ging darum, etwas Eigenes zu entwickeln

2018 haben sie den Verein gegründet, weil sie „gern etwas Eigenes machen wollten“, so Altenhofer, und bei der Langen Nacht der Bühnen vor zwei Jahren ihr erstes selbst entwickeltes Stück „Irgendwo dazwischen oder der Linzerwertigkeitskomplex“ gezeigt. Ausprobieren konnten sie sich dann auch bei kurzen Performances im Linzer Theater Phönix, die einmal im Monat quasi als Zugabe zu laufenden Stücken über die Bühne gingen und vom Krimi-Dinner bis zur Stationen-Performance reichten. Der „Linzerwertigkeitskomplex“, der auch schon erfolgreich im Theater Phönix gelaufen ist, wurde jetzt zum zweiten Mal upgedatet, mit aktuellen Ereignissen ergänzt und verlängert und hätte eigentlich im November ebendort seine Wiederaufnahme feiern sollen. Man hofft auf Dezember.

Auch „fremde Stücke“ zu spielen sei eine Option, so Altenhofer, allerdings wolle man auch da den „eigenen Stil einbringen, spartenübergreifend, mit viel Humor und Musik und Aktualität“.

Nächstes Stück widmet sich den Millennials

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Performances und Stücke des Schauwerks kann man für Gastspiele etwa an Schulen buchen. Ihr Ziel sei es jedenfalls, 15- bis 35-Jährige mit ihren unkonventionellen Arbeiten zum Theaterbesuch zu motivieren, so Altenhofer. Das nächste, sich dafür wohl perfekt eignende Stück soll im März herauskommen: In „Generation Y“ setzen sich die Schauwerker mit ihrer eigenen Generation, den Millennials, auseinander.

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