Neue Berufsbilder im Sozialbereich

Ausbildung zur Alltagsbegleitung durch Novelle schon für 16-Jährige

Der Sozialausschuss des Landtags hat am Donnerstag Änderungen im Sozialberufegesetz auf den Weg gebracht, u. a. durch zwei neue Berufsbilder — Alltagsbegleitung und Frühe Kommunikationsförderung. Die „Frühe Kommunikationsförderung“ werde in der Praxis bereits ausgeübt, so Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ).

Die OÖVP trage die Novelle mit, weil wesentliche Adaptierungen noch vorgenommen wurden, die „Gesetz und Anwendung zielgerichtet und praxistauglich machen werden“, schildert OÖVP-Sozialsprecher Wolfgang Hattmannsdorfer.

So sei sichergestellt, dass Abgänger der Ausbildung zur Alltagsbegleitung diese Kursinhalte zur Gänze bei einer Weiterbildung zur Heimhilfe, Pflegefachassistenz oder Fachsozialbetreuung angerechnet werden.

„Heißt, es werden nicht nur einzelne Module angerechnet, sondern alle absolvierten Lehrinhalte und Kurse, sodass eben ein starker Anreiz geschaffen wird, letztlich weiterführend in eine Pflegeberufsausbildung einzusteigen“, so Hattmannsdorfer. Geregelt sei jetzt auch, dass Zivildiener im Bereich der Alltagsbegleitung eine Ausbildung erhalten.

Ausbildung ab 16

Als zentrales Ergebnis der Beratungen streicht Hattmannsdorfer hervor, dass sichergestellt wird, dass in Form der Ausbildung zur Alltagsbegleitung erstmals bereits 16-Jährige den Zugang zu einer Ausbildung im Sozialbereich finden.

„Die Soziallandesrätin ist auf Basis der getroffenen Festlegungen und Klarstellungen aufgefordert, im nächsten Schritt umgehend jene Tätigkeitsgebiete festzulegen, in denen Absolventinnen und Absolventen der Ausbildung zur Alltagsbegleitung Verwendung finden können“, so Hattmannsdorfer.

Vorerst können diese nur in der Betreuung von Menschen mit Behinderung eingesetzt werden. Dass es noch Diskussionsbedarf gibt, zeigt die Reaktion der FPÖ: „Für uns steht fest, dass sich der Landtag zu Beginn der neuen Periode intensiv mit den Bestimmungen des Sozialberufegesetzes auseinandersetzen und so für Effizienzsteigerungen sorgen muss“, stellt FPÖ-Klubchef Herwig Mahr fest.

Wie ist Ihre Meinung?