Neue Linzer TU soll bis 2024 Tore öffnen

International und „not more of the same“ soll die geplante Technische Universität (TU) für Digitalisierung in Oberösterreich werden. Details stehen noch nicht fest, aber das Ziel: Noch in dieser Legislaturperiode sollen die ersten Studenten „die Uni betreten“, so Bildungsminister Heinz Faßmann. Bundeskanzler Sebastian Kurz (beide ÖVP) betonte, dass das – noch nicht näher bezifferte – Budget nicht zulasten der anderen Unis gehen werde.

Ende August wurden die Pläne publik, am Dienstag haben Faßmann und Kurz in einer Pressekonferenz mit Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und dem Rektor der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU), Meinhard Lukas, in Linz einen ersten Fahrplan präsentiert. Der Mathematiker Bruno Buchberger (77), Gründer des Softwareparks Hagenberg, hat in einem Papier seine Vorstellungen dargelegt und diesen Text mit den Worten „Not more of the same“ begonnen, so Kurz. Das will man offenbar als Motto nehmen: So steht etwa im Raum, dass die Universität einen ganz neuen rechtlichen Rahmen bekommt.

Man wolle internationale Strahlkraft; Studierende und Forschende aus aller Welt sollen angesprochen werden. Daher wird die Arbeitssprache wohl auch Englisch sein. Dementsprechend antwortete Faßmann auf die Frage nach dem Budget mit „Money follows structure“. Sein Plan: „Wir konzipieren zuerst, dann werden die Ressourcen berechnet.“ Kurz betonte allerdings, dass die neue TU budgetär nicht zulasten der bestehenden Unis gehen werde, sondern das Geld „on top“ draufkomme.

Nun soll eine Vorbereitungsgruppe mit Mitgliedern aus Politik, Wissenschaft und Industrie sowie der Ars Electronica die harten Eckpunkte – Standort, Name, Kapazität, Finanzierung, aber auch die Studienarchitektur und den rechtlichen Rahmen – klären. Sie soll ihre Ergebnisse dann einem Gründungskonvent vorlegen, der im Wintersemester 2021 tätig werden könnte. Ziel sei, dass noch in dieser Legislaturperiode (des Bundes, Anm.) Studierende „die Uni betreten“, wie Faßmann sagte.

Dass Teile bestehender Unis – etwa die technisch-naturwissenschaftliche Fakultät der JKU – den Nukleus der neuen Uni bilden könnten, sei „eine interessante Option“, so Faßmann. Fix ist aber, dass es sich um eine Neugründung handeln soll und nicht nur um eine neue Fakultät. Die Frage des Standorts ist ebenfalls noch offen, als Favorit gilt Linz, allerdings hatte auch Wels zuletzt Interesse angemeldet.

In Linz gibt es bereits die Johannes Kepler Universität (JKU). Sie bekam 2014 eine medizinische Fakultät dazu, hat aber traditionell einen starken technischen Fokus, der zuletzt u.a. mit dem Linz Institute of Technology (LIT) noch geschärft wurde. Unweit von Linz liegt der FH-Campus Hagenberg mit den Schwerpunkten Informatik, Kommunikation und Medien.

Die letzten öffentlichen Uni-Neugründungen betrafen 2004 die Medizinischen Universitäten in Wien, Innsbruck und Graz, die aus ihren jeweiligen Stammunis ausgegliedert wurden. Davor wurde 1995 die Donau-Universität Krems eröffnet.

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