Markus Ebert

Meinung

von Markus Ebert

Neue Normalität?

Kommentar zu oppositionellen Widersprüchen.

Blaue seines Schlags sehen in Herbert Kickls brachialer Rhetorik dessen größte Stärke. So gesehen war er gestern fast zurückhaltend, als er zu den Corona-Maßnahmen meinte: „Weg mit diesem ganzen Unfug …, wir brauchen eine Rückkehr zur Normalität“.

Damit stellt sich Kickl in Sachen Langzeitgedächtnis kein gutes Zeugnis aus, denn es ist erst ein Jahr her, dass er einen „Lockdown“ und „harte Maßnahmen“ gefordert hat.

Unterschreiben könnte man Kickls Forderung nach Rückkehr zur Normalität — wenn er damit den politischen Umgang zwischen Opposition und Regierung gemeint hätte. Doch weder die Bundes-FPÖ noch SPÖ und Neos lassen erkennen, dass ihnen noch irgendetwas an einem normalen politischen Diskurs mit der Koalition im Allgemeinen und der ÖVP im Besonderen gelegen ist.

Rot und Pink haben sich das blaue Motto — „Kurz muss weg“ — vollinhatlich zu eigen gemacht. Wann immer in dieser Republik etwas nicht so läuft, wie es SPÖ, FPÖ und Neos gerne hätten, ist der Kanzler der personifizierte Gottseibeiuns. Im Hinblick auf das Virus hatte Sebastian Kurz einmal von „neuer Normalität“ gesprochen, doch politisch, so ist zu befürchten, wird es diese noch lange nicht geben.

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