Neue Strategie gegen Ärztemangel

Ärztekammer und OÖGKK werben für das Modell „Erweiterte Vertretung“

In gewohnter Einigkeit (v. l.): ÄKOÖ-Kammeramtsdirektor Felix Wallner, ÄKOÖ-Vizepräsident Thomas Fiedler, OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer und OÖGKK-Obmann Albert Maringer.
In gewohnter Einigkeit (v. l.): ÄKOÖ-Kammeramtsdirektor Felix Wallner, ÄKOÖ-Vizepräsident Thomas Fiedler, OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer und OÖGKK-Obmann Albert Maringer. © Ärztekammer

Von Harald Engelsberger

Schon jeder zweite Mediziner in Oberösterreich ist älter als 55 Jahre, in den nächsten Jahren steht eine Pensionierungswelle an und der drohende Ärztemangel spitzt sich weiter zu. Genau dieses Problem und auch die langen Wartezeiten wollen jetzt die Ärztekammer OÖ und die OÖ Gebietskrankenkasse auf lange Sicht mit einer neuen Strategie entschärfen. Das gemeinsam entwickelte Modell „Erweiterte Vertretung“ soll eine unbürokratische Variante der Zusammenarbeit mehrere Ärzte auf Basis freier Dienstverträge ermöglichen.

Win-win-Situation für Ärzte und Patienten

„Die Vorteile für den Patienten liegen auf der Hand: längere Öffnungszeiten und kürzere Wartezeiten auf Termine“, sagt OÖGKK-Obmann Albert Maringer. „Zum anderen hatten niedergelassene Vertragsärzte nie zuvor so viele Möglichkeiten, ihre Praxis nach persönlichem Bedarf zu organisieren. Mit der „Erweiterten Vertretung“ geben wir Vertragsärzten völlig neue Freiheiten — für eine bessere Work-Life-Balance oder alters- und familiengerechtes Arbeiten.“

Thomas Fiedler, ÄKOÖ-Vize und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, erhofft sich „eine Entlastung der niedergelassenen Kollegen und eine generelle Motivation für Jungmediziner zum Schnuppern.“ Laut OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer seien derzeit 23 Kassenstellen in OÖ unbesetzt, das neue Modell könnte auch hier Abhilfe schaffen.

Angeboten werden drei unterschiedliche Varianten ohne Anstellungsverhältnis:

Jobsharing: Mehrere Mediziner desselben Faches teilen sich eine Praxis.

Unbefristete gemeinsame Tätigkeit zur Abdeckung eines dauerhaften Zusatzbedarfs.

Befristete gemeinsame Tätigkeit zur Abdeckung eines temporären Zusatzbedarfs.

„Die OÖGKK honoriert das Modell mit zusätzlichen Zahlungen aus einem mit 1,5 Mio. Euro dotierten Topf“, nennt ÄKOÖ-Kammeramtsdirektor Felix Wallner einen zusätzlichen Anreiz.

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