Neuer Fachkräftebarometer für mehr Überblick am Arbeitsmarkt

Das Arbeitsministerium und die Statistik Austria haben das Projekt „Fachkräftebarometer“ ins Leben gerufen, um die Situation am Arbeitsmarkt mittels Online Tool abbilden zu können. Ziel ist eine Art „Nachschlageplattform“, die die Fachkräftesituation im Land sowohl auf Angebots- als auch auf Nachfrageseite leicht zugänglich abbildet. Erste Ergebnisse soll es im Mai geben, für die Öffentlichkeit zugänglich wird der Barometer Anfang nächsten Jahres sein.

Wobei, Zahlen gibt es bereits etwa über die Stellenandrangziffer des AMS oder den Fachkräfteradar der Wirtschaftskammer, aber eben nicht gebündelt – und teilweise auch dürftig. „Bei der Datenlandschaft, nicht nur hier, gibt es noch deutlich Luft nach oben“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas heute vor Journalisten. Als Beispiel nannte er die offenen Stellen im 3. Quartal des Vorjahres, wo die Zahlen der Statistik Austria um rund 50.000 höher lagen als beim AMS, weil dort eben nicht alle verfügbaren Jobs gemeldet werden.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) und Thomas erwarten, dass sich das Facharbeiterproblem in den nächsten Jahren, nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung, verschärfen wird. So werde das Bevölkerungswachstum fast ausschließlich bei der Altersklasse 50plus stattfinden.

Zu den zuletzt wieder gestiegenen Zahlen bei der Kurzarbeit – im Wochenvergleich von 136.995 auf 159.454 Voranmeldungen – meinte Kocher, dass in den Bereichen Gastro, Tourismus, Veranstaltungen und Sport noch die Coronaauswirkungen zu spüren seien. Er hofft, dass die coronabedingte Kurzarbeit „stark zurückgeht wie im letzten Jahr“ und „wir sie nicht mehr allzu lange brauchen“. Er sei jedenfalls optimistisch, dass die Kurzarbeit weniger genützt wird als im vergangenen Jahr. „Die Kurzarbeit war bisher ein wichtiges Instrument, um den Beschäftigungsverlust zu vermeiden“, so Kocher.

Das Ende des Lockdowns für Ungeimpfte begrüßte der Arbeitsminister, jeder Lockerungsschritt habe sich bisher positiv auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Die Impflotterie zur Steigerung der Durchimpfungsrate findet Kocher „sehr gut“, diese erhöhe die Aufmerksamkeit für die Impfung.

Zu dem umstrittenen AMS-Algorithmus zur Ermittlung von Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen, der derzeit ausgesetzt ist weil die Datenschutzbehörde den Fall vor den Verwaltungsgerichtshof gebracht hat, verwies Kocher darauf, dass nun das Urteil abgewartet werden müsse.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hat heute bekannt gegeben, dass im Rahmen eines Förderaufrufs Projekte zur Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung öffentlich ausgeschrieben wurden. Diese werden im Rahmen der betrieblichen Lehrstellenförderung mit insgesamt vier Millionen Euro gefördert.

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