Neues Arbeitszeitgesetz tritt in Kraft

Täglich erlaubte Höchstarbeitszeit steigt von zehn auf zwölf Stunden – Aber am generellen Acht-Stunden-Tag ändert sich de facto nichts

Die Höchstgrenze pro Woche beträgt im Vier-Monats-Zeitraum weiterhin 48 Stunden.
Die Höchstgrenze pro Woche beträgt im Vier-Monats-Zeitraum weiterhin 48 Stunden. © Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com

Von Oliver Koch

Heiß umfehdet, wild umstritten: Das ist das Arbeitszeitgesetz, das ab Samstag in Kraft ist. Unter anderem wird die täglich erlaubte Höchstarbeitszeit von zehn auf zwölf Stunden angehoben. Das Gesetz bringt dabei laut Wirtschaftskammer „mehr Spielräume für Unternehmen und Mitarbeiter und stärkt damit den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Österreich“. In den meisten Fällen werde sich die betriebliche Praxis nicht ändern. Sie werde vielmehr endlich in einem rechtssicheren Raum und nicht mehr im juristischen Graubereich stattfinden. Für Oberösterreichs AK-Präsidenten Johann Kalliauer ist das Gesetz dennoch „ein Angriff auf die Gesundheit der Beschäftigten“. Es sei arbeitswissenschaftlich erwiesen, dass lange Arbeitszeiten und viele Überstunden einen negativen Einfluss auf Gesundheit, Sicherheit und Zufriedenheit hätten.

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Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, sieht hingegen Vorteile für Betriebe und Beschäftigte, „da dies den Wünschen der Arbeitnehmer nach mehr Gestaltungsspielraum auf betrieblicher Ebene“ entspricht. Zugleich verbessere das Gesetz die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität der Firmen.

Näher an Europa

„Mit den neuen, flexibleren Arbeitszeitregeln rückt Österreich ein Stück weit näher an Europa heran: In praktisch allen europäischen Ländern gibt es diese flexiblen Instrumente, wie etwa den gelegentlichen Zwölf-Stunden-Tag, schon längst. Und auch in Österreich werden wie in diesen Ländern Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen davon profitieren“, so Erhard Prugger, Leiter der Abteilung Sozial- und Rechtspolitik in der WK Oberösterreich zum VOLKSBLATT.