Neues Biedermeier trifft Landleben

Haben Sie schon gehört von der Renaissance des Biedermeiers? Das Besinnen auf das Leben in den eigenen, gemütlichen vier Wänden hat sich umständehalber schon spürbar bemerkbar gemacht. Der „schlampige“ Couch-Look als Dauerschleife ist dabei nicht jedermanns Sache. Ein wenig modischer Chic tut auch in den eigenen vier Wänden ganz gut. Da kommt die Wiederkehr der Romantik gerade recht. Wir tragen jetzt besonders gerne florale Wallekleider und edle Strickteile und lassen uns an trüben Tagen lässig und zeitgemäß umschmeicheln.

Dolce & Gabbana © AFP/Solaro

Muster, Cord, Denim und Brauntöne machen Lust auf eine Mode, die sich ganz leicht von den siebziger Jahren inspirieren lässt und dabei immer einen Touch Lässigkeit transportiert. Neu ist dabei die ganze Bandbreite der Brauntöne von trendigem Camel über herbstliches Rostbraun bis hin zum edlen Cremeweiß.

Braun als fixer Bestandteil der Garderoben gab es lange Zeit nicht. Nun hält diese Farbwelt wieder Einzug in unseren Schrank und verstärkt den 70er-Einfluss noch zusätzlich. Dabei spielen auch Materialien eine große Rolle Die neue Lust auf Cord und Strick zeigt, welch große Rolle Materialstruktur in dieser Saison spielt.

Als Gegenstück zu flauschigem Strick und festem Schnürlsamt lassen sich fließende, waden- bis knöchellange Herbstkleider oder Midiröcke perfekt kombinieren. Florale und ethnisch angehauchte Muster liefern die richtige Portion Romantik und laden zum herbstlichen Träumen vom ruhigen Leben in stiller Natur und im trauten Heim ein. Auffällige Blusenkrägen sind dabei DAS Trendteil der Saison.

Falls die komplette Bluse als Darunter zu warm wird oder sich zu füllig anfühlt, gibt es jetzt sogar „nur“ den Einlegekragen in gewünschter Optik. Egal, ob als abgerundeter Bubikragen oder ganz schlichter Hemdkragen, in Rüschenoptik oder mit farbiger Stickerei verziert — Hauptsache es blitzt (winter-)weiß am Hals! Vor allem bei flauschigen Strickpullovern oder -westen und schlichten Kleidern sorgen die modischen Krägen für den besonderen Wow-Effekt.

Die absolute Trendkombi bildet allerdings die weiße (Rüschen-)Bluse mit Pullunder getragen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Der Pullunder ist zurück und lässt — neu interpretiert und lässig kombiniert — Erinnerungen an das kratzige, ungeliebte Kleidungsstück aus Jugend- und Kindertagen verblassen.

Landpartie

Wer es lieber weniger romantisch mag, greift zu dem etwas strengeren, aber nicht weniger natürlichen Landadel-Look. Auch hier dominieren Braun- und Beigetöne, dazu gesellen sich — passend zum täglichen Wald- und Wiesenspaziergang — diverse Grünnuancen. Hosen, Jacken und Röcke sind oft aus etwas derberen, auf jeden Fall hochwertig wirkenden, oft sogar handgefertigten Stoffen. Auch Teile aus Leder liegen jetzt im Trend und zeigen sich genauso gerne im neuen Braun.

Frischen Wind bringt die sogenannte Hemdjacke. Ein Teil, dass als Blazer- oder Strickwestenersatz mit klassisch-maskuliner Ausstrahlung und lässigen Details punktet: Derbe und doch weiche Stoffe, aufgesetzte Taschen, Lederknöpfe oder Karomuster machen den sportiven Look perfekt. Bei den ergänzenden Strickteilen setzt man am besten ebenso auf Qualität. Einfarbige, flauschige Materialien liegen dabei ebenso im Trend wie die typischen Strickmuster. Patentstrick und Struktur sorgen für die leicht rustikale Note.

Maschenware

Weiche, fluffige Materialien schaffen an kalten Tagen nicht nur ein Gefühl der Geborgenheit und Gemütlichkeit, sie liegen in diesem Herbst/Winter auch besonders in Trend. Und dabei gibt es jetzt kein Kleidungsstück, das nicht aus Strick zu kriegen ist: Lässige, immer noch leicht oversized-kastige Pullis kennen wir ja bereits. Die machen aus jedem noch so schlichten Outfit eine modische Trendkombination. Ganz langsam rückt dabei allerdings die betonte Taille wieder in den Fokus: Pulloverschnitte mit breitem Bund, die das Strickteil auf Taille trimmen passen besonders gut zu den neuen, weiten Hosen.

Der zeitlosere Cardigan lässt das gewählte Herbstoutfit gleich etwas klassisch-eleganter wirken. Wer sich bevorzugt ganz in Strick hüllt, kommt jetzt ebenso auf seine Kosten: Strickkleider in dezent-edlen Braun-, Beige- und Grautönen oder in fröhlichem Pink, Rot oder Lila sind ein „rasches“ Teil, mit dem man Ruck-Zuck perfekt angezogen ist. Für besonders Modemutige haben sich die Designer etwas einfallen lassen: Frau trägt Strick jetzt auch als Hosenmaterial — und greift dabei vorzugsweise zu den neuen, weiten Hosenschnitten.

Denim

Apropos Hosenschnitte: Auch bei den heißgeliebten Jeans tut sich einiges. Jahrelang abwesend feiert die Bootcut-Variante — egal ob verkürzt oder bodenlang — ein fulminantes Comeback. Die nach unten mehr oder weniger stark ausgestellte Hose gesellt sich neben den Modellen mit besonders hochgeschnittenem Bund und den brandneuen Hosenröcken (so heißt jetzt die Culotte) zu den aktuellen Linien beim Beinkleid.

Selbstverständlich ist die körperbetonte Skinny-Jeans nach wie vor käuflich zu erwerben. Die modisch informierte Fahionlady greift allerdings ab dieser Saison zu den trendigen Alternativen.

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