Neues Verfahren für Orthopädie

Ein neues Verfahren aus Oberösterreich soll das 3D-Scannen im orthopädischen Bereich schneller, genauer und einfacher machen. Der Prototyp einer Anwendersoftware soll im Mai fertig werden, bis zum Jahresende hoffen die Firmengründer auf die Marktreife.

Das neue Verfahren der WLM-Dimension erleichtert den 3D-Scan von Körperteilen für orthopädische Schienen oder Schuhe. © WAKO GmbH

Mit einem neuen Verfahren will das Waldinger Unternehmen WLM-Dimension OG das 3D-Scannen für die Orthopädie deutlich vereinfachen. Profitieren sollen neben den Orthopädietechnikern vor allem die Patienten.

Forschungspartner ist die FH OÖ am Campus Hagenberg. Die Experten der oö. Standortagentur Business Upper Austria begleiten das Projekt mit Patentrecherche und Förderberatung. Das Land OÖ unterstützt über das Programm „easy2research“ mit einer finanziellen Förderung.

Kleine Bewegungen des Patienten während des Scanvorgangs, zu starker Lichteinfall oder das Eigengewicht des Scanners beeinflussen derzeit die Ergebnisse negativ. Das will die WLM mit ihrer Entwicklung beseitigen. Das neue Verfahren liefert ein genaueres und schnelleres Ergebnis, das zudem digital dokumentiert wird.

Anwendbar soll es bei allen orthopädierelevanten Körperteilen sein, wenn etwa maßgefertigte orthopädische Schuhe oder individuell angepasste Schienen zu produzieren sind.

Benutzerfreundlich und kompatibel

Die Software soll nicht nur für ein bestimmtes Modell eines 3D-Scanners geeignet sein. WLM achtet auf größtmögliche Kompatibilität mit marktüblicher Hardware. Als Scanner soll insbesondere kostengünstige Standardhardware (z. B. günstige Tiefenkameras) verwendet werden können. Im Gegensatz zur konventionellen Praxis der Softwareentwicklung sollen explizit benutzer- bzw. mensch-zentrierte Gestaltungs- und Entwicklungsprozesse zum Einsatz kommen. Durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit erhoffen sich die Firmengründer hohe Akzeptanz bei den Orthopädietechnikern.

3D-Druckspezialist Markus Wakolbinger hat die WLM-Dimension OG 2018 mit den beiden Orthopädietechnikern und -schuhmachern Manuel Leitner und Markus Moser gegründet. „Unser besonderes Know-how liegt im Bereich der Entwicklung von 3D-Scanerstellungs- und Scanbearbeitungssoftware für die Orthopädietechnik und Orthopädieschuhtechnik“, sagt Wakolbinger: „Der Ansatz, den wir bei der Produktentwicklung verfolgen, ist derzeit weltweit neu am Markt.“

Der Prototyp ist bereits seit Mai fertig. Die Testphase ergab, dass noch einige kleinere Änderungen nötig sein werden. Und der weitere Plan ist, laut Wakolbinger, mit Ende des Jahres mit dem Produkt auf dem Markt zu sein.

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