Neun Personen rittern um Vassilakou-Nachfolge in Wien

Neun Personen rittern um die Spitzenkandidatur bei den Wiener Grünen und damit um die Nachfolge von Frontfrau Maria Vassilakou. Das gab die Partei am Mittwochvormittag gegenüber der APA bekannt. Die Bewerbungsfrist war um Mitternacht abgelaufen. Abgesehen von Klubchef David Ellensohn und den Gemeinderäten Peter Kraus und Birgit Hebein sind allerdings keine bekannten Namen mehr dazu gekommen.

Die drei Namen gelten somit als jene Kandidaten mit realen Chancen, die Regierungspartei in die 2020 anstehende Wiener Gemeinderatswahl zu führen. Zusätzlich haben sich sechs Personen beworben: Marihan Abensperg-Traun, Harald Frassine, Bernhard Redl, Ruth Trefny, Jovan Stoikovic und Benjamin Kaan. Bis auf letzteren – er ist grüner Bezirksrat in Meidling – haben diese Einzelkämpfer keinen direkten Konnex zu den Wiener Grünen. Bewerber gab es noch einige mehr, diese mussten aber aussortiert werden, „da sie die formalen Kriterien nicht erfüllt haben“, hieß es.

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Nun geht es für die Anwärter auf den ersten Listenplatz ans Sammeln von Unterstützungserklärungen. Denn um tatsächlich am grünen Wahlzettel zu stehen, brauchen Bewerber jedenfalls die Zustimmung von 100 Personen, wobei 50 davon von Parteimitgliedern kommen müssen. Wer schon mehr als zwei Perioden in ununterbrochener Reihenfolge ein Mandat im Gemeinderat und Landtag innehat, benötigt 200 Unterstützungserklärungen, 100 davon von Grün-Mitgliedern. Zeit ist bis 2. Oktober.

Um seinen Lieblingskandidaten unterstützen zu können, muss man sich online auf registrieren. Das haben laut stellvertretender Landessprecherin Maxie Klein bisher 1.020 Menschen getan. Anschließend wird es Hearings geben. Die Abstimmung erfolgt brieflich im November. Das Prozedere für die Spitzen-Wahl ist neu. Bisher haben die Rathaus-Grünen stets durch eine Wahl bei der Landesversammlung über die Nummer 1 entschieden.

Formal entscheiden die Wiener Grünen nur über den ersten Listenplatz. Tatsächlich geht es aber auch um die Nachfolge von Vassilakou als Vizebürgermeisterin sowie Verkehrs- und Planungsstadträtin. Die grüne Frontfrau, die 2005 erstmals Spitzenkandidatin war, hat erst am Sonntag angekündigt, nicht mehr anzutreten und sich spätestens Mitte 2019 aus der Kommunalpolitik zurückziehen zu wollen.