Nicht einmal Shutdown machte illegalem Glücksspiel den Garaus

Seit Mitte März nahm Finanzpolizei sechs Kontrollen in Oberösterreich vor: Drei Lokale hatten geöffnet, fünf Automaten wurden beschlagnahmt

Glücksspiel

Der Kampf der heimischen Behörden gegen das Illegale Glücksspiel bleibt trotz Beschlagnahmen, hohen Geldstrafen und auch Betriebsschließungen ein zäher und mühsamer. Wer gedacht hätte, dass die ab Mitte März geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wie geschlossene Lokale und Ausgangs- beschränkungen den illegalen Anbietern den Todesstoß versetzen würden, wird jetzt eines Besseren belehrt.

„Wir haben seither in Oberösterreich sechs Kontrollen vorgenommen und dabei drei geöffnete Betriebe vorgefunden. Insgesamt wurden fünf Glücksspielgeräte beschlagnahmt“, heißt es auf VOLKSBLATT-Anfrage aus der Finanzpolizei.

Aber auch in anderen Bundesländern ist die Behörde bei Kontrollen bzw. Razzien fündig geworden. In Wien etwa haben Beamte am 6. April beim Hinterausgang eines Lokals in Favoriten fünf Verdächtige gestellt, die sich entfernen wollten. Im Lokal selbst wurden drei Männer angetroffen, die an den illegalen Geräten spielten.

Saftige Strafen drohen

Den von der Finanzpolizei angezeigten illegalen Betreibern drohen nun saftige Strafen – nicht nur nach dem Glücksspielgesetz, sondern auch wegen Verstoßes gegen das Covid 19-Maßnahmengesetz. Von Letzterem sind auch die Spieler betroffen.

Oberösterreich gehört zu jenen Bundesländern, in denen das illegale Glücksspiel stark verbreitet ist. 2019 wurden 375 illegale Geräte aus dem Verkehr gezogen. Im Jahr zuvor waren es 437 Beschlagnahmungen.

Erst am 5. März hatte in Wels-Neustadt der Betreiber eines Lokals, das sich in Nachbarschaft zu einer Sozialeinrichtung befindet, binnen 48 Stunden, nachdem drei Automaten beschlagnahmt worden waren, drei neue Geräte aufgestellt. Von der Exekutive wird daher seit Jahren eine bessere Handhabe bei der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels gefordert.

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