Nicht nur ein Celloabend

Peter Trefflingers großartiger Auftritt bei den Donaufestwochen in Grein

Die von Intendantin Michi Gaigg für die Corona-Zeit klug disponierte Konzertreihe „Ganz spontan“ hat nun mit einem besonderen Abend im Arkadenhof des Café Zimmermann in Grein aufgewartet.

Der aus Steyr gebürtige Barockcellist und Continuo-Spezialist Peter Trefflinger beschenkte das abgezählte Publikum nicht zufällig mit einem Solocellokonzert so ganz und gar nicht in herkömmlicher Art. Neben seinem 20-jährigen Auftrittsjubiläum in Grein und der Verbundenheit mit den Donaufestwochen verriet er einiges aus seinem Leben und über seinen künstlerischen Werdegang, der nicht so geradlinig verlief, wie es sich der Student der Technischen Chemie einstmals vorgestellt hatte.

Als Jüngling verfiel er den Klängen einer Barockaufführung und kam von dem Instrument nicht mehr los. Bestärkt hat ihn sein Pädagoge: „In der Musik kannst du dilettieren, in der Chemie nicht“. „Ich habe mir erlaubt, Musiker zu sein“, so Trefflinger, der mit zwei Celli das Podium betrat.

Amüsant, lehrreich und in großer Perfektion

Amüsant und dabei äußerst lehrreich führte er sodann in die Fächer Harmonielehre, Instrumentenkunde und in die Geschichte der Alten Musik ein. Das 17. Jahrhundert verfügte ja noch nicht über das heutige, erst von Antonio Stradivari erfundene Violoncello.

Programmgerecht spielte er Georg Philipp Telemanns eine Fantasia in D-Dur und die andere Fantasia in h-Moll auf dem Cello piccolo, bespannt mit einer fünften Saite und eine Oktave tiefer gestimmt als die Geige, wobei Trefflinger auf den durch die Tonarten bestimmten Charakter der Stücke aufmerksam machte.

Für Bachs Solosuite Nr. 2 d-Moll griff er nach seinem größeren Cello aus 1720 und huldigte den Musik-Treffs zur Zeit Bachs, der — wie auch Telemann — im Zimmermannschen Kaffeehaus in Leipzig zu musizieren pflegte. Wer so gründlich in die Materie der barocken Aufführungskenntnis eindringt, macht es fast überflüssig, die Perfektion, Fachüberlegenheit und Virtuosität, mit der er gleichzeitig klangliche Transparenz, Intonation und Virtuosität vorführte, eigens aufzuzählen. Es galt also, viel zu feiern, als Zugabe bot Trefflinger noch eine Bach-Gavotte auf dem Piccolo-Instrument dar. Langer Applaus für ein außergewöhnliches Konzert.

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