„Nie Zweifel aufkommen lassen“

ÖFB-Boss Windtner über ein neues Kapitel und Chancen gegen Italien

ÖFB-Boss Leo Windtner (l.) jubelte mit Teamchef Franco Foda.
ÖFB-Boss Leo Windtner (l.) jubelte mit Teamchef Franco Foda. © AFP/Barbu

Welche Bedeutung hat dieser Erfolg für den ÖFB?

ÖFB-Präsident Leo Windtner: Es ist wirklich ein historischer Meilenstein. Wir haben damit auch ein neues Kapitel aufgeschlagen für den österreichischen Fußball, nachdem die Erfolgskapitel ja schon relativ weit zurückliegen.

Wir haben uns das Ziel ganz klar gesetzt — und wir haben es mit unbändigem Willen und einem wirklich starken Kollektiv geschafft, umzusetzen. Wir haben nie einen Zweifel aufkommen lassen, dass wir die Ziellinie überschreiten wollen — mit vereinten Kräften. Dieser kollektive Wille, dieser unbändige, hat sich durch das gesamte Teamcamp bisher durchgezogen.

Wie bewerten Sie die sportliche Leistung, die das Team gegen die Ukraine gezeigt hat?

Die war eine gute — wahrscheinlich die beste bisher bei dieser EURO. Wir hätten es uns leichter machen können, wenn vor der Pause das 2:0 gelungen wäre. So haben wir bis zur 93. Minute stark dagegenhalten müssen. Aber ich kann der Mannschaft nur gratulieren — auch der gesamten Gruppe inklusive dem Staff.

Am Samstag wartet Italien. Wie schätzen Sie seriöserweise die Chancen ein?

Die Statistik sagt alles. Italien hat derzeit eine sensationelle Bilanz. Wir sind hier in der Außenseiterrolle, aber wir werden diese Außenseiterrolle gerne annehmen und alles tun, um vielleicht Unmögliches zu schaffen.

„Es ist eine verschworene Einheit entstanden“

Sie haben nach dem Spiel ausgelassen gejubelt, auch mit dem Teamchef. Hat Sie das auch in gewisser Weise zusammengeschweißt?

Wir haben in den letzten Wochen auch alle miteinander gearbeitet im Team — das schweißt natürlich zusammen. Es ist eine verschworene Einheit entstanden, auch im Staff. Das hat sich gut auf das Team reflektiert. Hier ist ein Zusammenhalt und ein Teamspirit spürbar, wie wir ihn selten gehabt haben.

„Wir haben durchaus noch Luft nach oben“

Was macht dieses Team aus — auch im Vergleich mit 2016, als das Ziel Achtelfinal-Einzug nicht erreicht wurde?

Man sieht, dass vom Zeugwart bis zum Teamchef alle ein Rollenverständnis einbringen, dass man für das Team alles einbringt an Power, was man hat. Auch bei der Mannschaft weiß von der Nummer 1 bis zur Nummer 26 jeder, er muss alle Energie hineinlegen für das Gesamtziel.

Warum ist gegen Italien eine Sensation möglich?

Weil wir durchaus noch Luft nach oben haben. Und wenn wir dieses Potenzial noch konsequenter nutzen können, können wir auch Gegner wie Italien mehr als ärgern.

 

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