Niederlande müssen IS-Frauen und Kinder nicht aus Syrien zurückholen

Die Niederlande müssen IS-Frauen und Kinder nach einem Urteil des höchsten Gerichts des Landes nicht aus nordsyrischen Lagern nach Hause holen. Wie das Gericht am Freitag in Den Haag entschied, wiegen die Sicherheitsinteressen der Niederlande schwerer als die Belange der Frauen, die sich aus eigenem Antrieb in die Kampfgebiete der Terrormiliz „Islamischer Staat“ begeben haben.

Der Staat müsse sie nicht zurückholen und sich auch nicht für eine Rückkehr einsetzen, damit handle er nicht unrechtmäßig. 23 niederländische Frauen mutmaßlicher IS-Terroristen und deren 56 Kinder hatten mit einer Klage ihre Rückholung erzwingen wollen. Zunächst gab ein Gericht ihnen Recht, in einem Berufungsverfahren und nun auch vor dem höchsten Gericht unterlagen sie allerdings.

Auch Österreicher kämpften für den IS in Syrien und dem Irak. Gut 100 solche, mutmaßlichen Kämpfer sollen nach früheren Behördenangaben noch in der Region sein. In Gefängnissen im Nordirak sitzen insgesamt noch immer Tausende IS-Anhänger, darunter auch viele Ausländer. Die Behörden der Kurdenregion hatten mehrere Staaten aufgefordert, ihre gefangenen Staatsangehörigen zurückzunehmen. Österreich hat bisher nur die Kinder einer mutmaßlich verstorbenen österreichischen IS-Anhängerin aufgenommen.

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