Nina Kraft: „Gartenarbeit ist fast so entspannend wie Yoga“

Paschingerin Nina Kraft moderiert neue ORF-Hauptabendshow „Österreich blüht auf“

Nina Kraft und Karl Ploberger präsentieren am Samstag, dem 13. Juni, um 20.15 Uhr „Österreich blüht auf – Die ,Natur im Garten-Frühlingsshow“ in ORF 2. Experten wie Wolfgang Palme, Erich Stekovics, die „Kochnomaden“ Anna Haumer und Valentin Gruber-Kalteis, Sabine Pleininger und Reinhard Kittenberger geben Tipps. Neben einem Streifzug durch die schönsten Gärten des Landes sorgen Die Seer, Nik P., Alexander Eder, Semino Rossi, Die Mayerin, Matakustix, Die Hollerstauden und Melissa Naschenweng für musikalische Unterhaltung.
Nina Kraft und Karl Ploberger präsentieren am Samstag, dem 13. Juni, um 20.15 Uhr „Österreich blüht auf – Die ,Natur im Garten-Frühlingsshow“ in ORF 2. Experten wie Wolfgang Palme, Erich Stekovics, die „Kochnomaden“ Anna Haumer und Valentin Gruber-Kalteis, Sabine Pleininger und Reinhard Kittenberger geben Tipps. Neben einem Streifzug durch die schönsten Gärten des Landes sorgen Die Seer, Nik P., Alexander Eder, Semino Rossi, Die Mayerin, Matakustix, Die Hollerstauden und Melissa Naschenweng für musikalische Unterhaltung. © ORF/IP Media/Peter Krivograd

Bei LT1 lernte sie ihr Handwerk von der Pike auf. Beim ORF mischte sie als Moderatorin des Wiener Opernballs schon im Hauptabend mit.

Am Samstag moderiert die Paschingerin ihre eigene Show „Österreich blüht auf“ gemeinsam mit Karl Ploberger. Nina Kraft (34) über ihre Motivation, Hochbeete und Corona-Helden.

VOLKSBLATT: Wann war klar, dass Sie Moderatorin werden möchten?

NINA KRAFT: Das war nie mein Berufswunsch, es hat sich ergeben. Ich habe im Modedesign meine Wurzeln und bin zuerst auf der Kunstuni gewesen. Im ersten Studienjahr hat mich LT1 gefragt, ob ich mir vorstellen kann, ein Studentenmagazin zu moderieren. Ich habe Theater gespielt in der Schule und kleine Sachen moderiert, aber eine Fernsehsendung ist etwas anderes, aber ich wollte das probieren. Da habe ich gemerkt, dass es gut ankommt, mir Spaß macht und leicht fällt.

Beim oö. Privatsender LT 1 haben Sie das Handwerk dann von der Pike auf gelernt. Denken Sie gern an die Zeit in Linz zurück?

Ich kann nur jedem raten, der in diesen Bereich gehen möchte, bei einem regionalen Sender zu beginnen. Bei LT1 gab es keine Vorgaben, da hat einfach jeder gemacht, auch die Silvia (Anm., Schneider), mit der ich gleichzeitig angefangen habe. Da konnten wir herausfinden, was uns liegt, unsere Persönlichkeit entwickeln.

Nach LT1 sind Sie zum ORF Salzburg gewechselt und schließlich nach Wien. Ihre neue Sendung „Österreich blüht auf“ bringt Sie am Samstag um 20.15 Uhr an den prominentesten Sendeplatz. Ist da noch eine Steigerung möglich?

Die größte Sendung, die ich bisher moderiert habe, war der Opernball mit 1,5 Millionen Zuschauern. Jetzt eine eigene Sendung als Hauptmoderatorin — das ist noch einmal eine andere Herausforderung. Mit „Österreich blüht auf“ sind wir schon ganz nah dran an dem, was ich immer machen wollte.

In der neuen Gartenshow gibt es auch viel Musik …

Der Karl (Anm., Ploberger) ist für alle Gartenthemen zuständig, ich bin mit den ausschließlich österreichischen Musikern im Gespräch, versuche, ihnen ihren Bezug zum Garten heraus zu kitzeln. Das Überraschende war, dass wirklich viele Künstler während der Corona-Zeit das Interesse am Garten erst gefunden haben und das war bei mir genauso. Das Daheimsein im eigenen Garten war eine Bereicherung.

Wir haben die Sendung in den Kittenberger Erlebnisgärten in Niederösterreich aufgezeichnet. Publikum war corona-bedingt nicht möglich. Wir haben mit den Musikern Musikvideos gedreht, wirklich hochwertig, schön und ansprechend.

Haben Sie einen Garten?

Ich habe seit drei Jahren einen Garten und habe das aber bisher eher pragmatisch gesehen und mich nicht bemüht, dass der in vielen verschiedenen Farben blüht. Die Pflanzen müssen es auch überleben, wenn ich einmal eine Woche auf Dreh bin. In der Vorbereitung für die Sendung habe ich mir aber dann auf YouTube Videos angeschaut, weil ich dachte, wie machen das die Profis und kann ich das nachmachen? Ich habe Dinge versucht, es hat teilweise furchtbar ausgeschaut, aber es war sehr entspannend, fast wie Yoga.

Was sind Ihre Lieblingspflanzen?

Ich beschäftige mich viel Zitruspflanzen. Ich finde deren Geruch so gut. Dadurch, dass es bei uns auch immer wärmer wird, glaube ich, dass das nicht so schlecht aussieht, dass diese Pflanzen einmal eine Orange oder eine Zitrone abwerfen.

Was haben Sie vom „Gärtner der Nation“ gelernt?

Ich habe ihm Fotos von meinem Garten gezeigt und er hat gesagt, er weiß nicht, ob das noch was wird. Der Karl ist da oft beinhart. Aber er ist ein absoluter Profi, er ist besessen von Pflanzen, er hat 2000 verschiedene in seinem Garten, ich habe nur zwei verschiedene Gräser angesetzt, aber es soll jetzt mehr werden. Ich merke auch bei Freundinnen, dass Garteln mittlerweile eine Beschäftigung für Jung und Alt ist.

In der neuen Sendung wird auch gekocht, tun Sie das auch selbst gerne?

Ich koche irrsinnig gerne. Mein nächstes Ziel ist ein Hochbeet, damit ich dann die eigene Ernte verkochen kann.

Wie haben Sie die Corona-Zeit erlebt? Wie waren die Dreharbeiten?

Ich war acht Wochen zuhause, habe aber durch die Krise auch einen neuen Auftrag gekriegt: Ich drehe aktuell eine Serie über die Helden der Coronakrise, die läuft immer am Freitag in Studio 2 auf ORF 2. Für mich hatte das nicht wirklich große wirtschaftliche Folgen, aber es hat ein Umdenken verursacht, eine noch größere Wertschätzung und Dankbarkeit den Sachen gegenüber, die ich jetzt machen darf im Fernsehen. Es hätte ja auch sein können, dass ich wie viele andere Kollegen arbeitslos bin.

Bei den Dreharbeiten ist es mit Sicherheitsmasken und Abstand gegangen, aber zu schauen, dass der Karl und ich nicht zu nahe beieinander stehen, war nicht einfach.

Genießen Sie Events wie den Opernball?

Ich bin irrsinnig gern bei solchen Events — zum Arbeiten. Privat bin ich nicht unbedingt jemand, der von einem Event zum nächsten und überall sein Gesicht in die Kamera halten muss.

Sie moderieren, haben nebenbei studiert, organisieren Events, leiten verschiedene Unternehmen. Wie bringt man das alles unter einen Hut?

Das ist alles Kopfsache. Das Wichtigste ist, dass man sich organisiert. Ich bin Moderatorin 24 Stunden am Tag, ich lebe und liebe meinen Beruf. Und ich bin auch mit Leib und Seele Unternehmerin. Man muss motiviert dazu sein, Sachen umzusetzen, aber fähig, auch einmal Niederlagen einzustecken.

In Ihrer Masterarbeit (Studium Marketing und Management) zeigen Sie, wie Frauen zur Marke werden. Ist es Ihnen ein Anliegen, Frauen voranzubringen?

Auf jeden Fall. Beim Coaching merke ich, dass ich Frauen oft viel mehr zutraue, als sie sich selbst. Ich sehe es als Aufgabe, sie in ihren Vorhaben zu bestärken. Da geht es viel um Selbstwert.

Wäre Schauspielerei auch etwas für Sie?

Auf jeden Fall, das würde ich irrsinnig gern ausprobieren.

Was sind Ihre nächsten Pläne und Projekte?

Im August gibt es eine zweite Ausgabe von „Österreich blüht auf“. Auch die Corona-Helden-Serie geht weiter.

Mit NINA KRAFT sprach Melanie Wagenhofer

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