NÖ: Handy führte zu Schleppern in Großbritannien

Aufgrund eines am Flughafen Wien in Schwechat sichergestellten Handys hat die Polizei in Großbritannien Mitglieder einer internationalen Schlepperbande festgenommen. Kurz nach der Auslieferung eines zuvor in Österreich inhaftierten 51-jährigen Iraners am Dienstag wurden sechs Verdächtige gefasst und mehr als drei Millionen Pfund (3,46 Millionen Euro) entdeckt, berichtete die Polizei am Freitag.

Der Iraner und ein 43-jähriger Grieche waren laut Sprecher Heinz Holub am 17. Oktober 2017 am Schwechater Airport aufgrund gefälschter Dokumente aufgeflogen, als sie mit einer iranischen Frau nach Großbritannien ausreisen wollten. Die beiden Männer wurden wegen Verdachts der Schlepperei festgenommen. Bei den weiteren Erhebungen wurde dem Iraner der Aussendung zufolge nachgewiesen, dass er von März bis Oktober 2017 insgesamt 80 Schleppungen organisiert, finanziell abgewickelt und durchgeführt hatte. Von den Betroffenen – hauptsächlich iranische und afghanische Staatsbürger – wurden Beträge von 15.000 bis 25.000 Euro verlangt.

Die 33-jährige Frau des Griechen wurde in Folge aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen. Das Paar soll gefälschte Dokumente besorgt und bereitgestellt haben. Die drei Beschuldigten wurden 2018 am Landesgericht Korneuburg zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Gegen einen vierten ausgeforschten Verdächtigen, einen 58-jährigen Iraner, besteht nach wie vor ein europäischer Haftbefehl.

Im Zuge von Ermittlungen des Bundeskriminalamtes wurden Verbindungen der Gruppierung nach Großbritannien, Spanien, Finnland und Polen festgestellt. In den beiden letztgenannten Ländern wurden daraufhin weitere Mittäter ausgeforscht, festgenommen und verurteilt.

Der 51-jährige Iraner wurde vergangenen Dienstag an die britischen Behörden ausgeliefert. Aufgrund eines europäischen Erhebungsauftrages wurde auch sein Mobiltelefon überstellt, hieß es in der Aussendung der Landespolizeidirektion Niederösterreich. Nach Auswertung der Beweismittel am Handy, darunter Nachrichten, erfolgte der Zugriff gegen sechs Mitglieder der Schlepperorganisation in Großbritannien.

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