Noel-Sieg im Slalom von Val d’Isere – ÖSV-Team enttäuscht

Für Österreich hat der Weltcup-Slalom der alpinen Ski-Männer am Sonntag in Val d’Isere mit einer herben Enttäuschung geendet, nur Fabio Gstrein (14.) und Christian Hirschbühl (21.) kamen in die Wertung. Der Halbzeitfünfte Manuel Feller fädelte im Finale ein. Der Sieg ging an den Franzosen Clement Noel, der sich vor dem Schweden Kristoffer Jakobsen (+1,40 Sek.) und dem Kroaten Filip Zubcic (+1,85 ) durchsetzte.

Feller hatte es drauf, nach Platz drei im Riesentorlauf am Vortag mit dem nächsten Topresultat anzuschreiben. „Aber es ist was passiert, das im Slalom immer passieren kann. Es gibt keinen Slalomläufer, der noch nie eingefädelt hat. Da brauche ich den Kopf nicht in den Sand stecken. Natürlich hätten wir gern ein paar Punkte mitgenommen“, erklärte Feller.

Es seien nicht unbedingt seine Bedingungen gewesen, aber dafür sei es bis zum Ausfall ein sehr gutes Rennen gewesen. Mannschaftlich schaue es nicht gut aus, und normalerweise seien vier Österreicher in den Top 15. „Und wenn du dann nach dem ersten Durchgang schon ein brutal schlechtes Ergebnis hast, und dann fädel ich noch ein, dann ist das Debakel eigentlich komplett.“ Er sei sich aber sicher, dass das bald schon wieder anders aussehen werde.

Das ÖSV-Team war nicht in Vollbesitz seiner Kräfte, hatte am Sonntag die Nachricht erhalten, dass sich Cortina-Vizeweltmeister Adrian Pertl am Samstag im Riesentorlauf einen Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Meniskusverletzung im rechten Knie zugezogen hatte. Mit Marco Schwarz, dem Slalom-Kugelgewinner der vergangenen Saison, war der Leistungsträger des vergangenen Winters zwar wieder mit dabei, aber freilich noch nicht in Topform.

Als 35. verpasste Schwarz im ersten Rennen nach der Knöchelverletzung die Qualifikation für den zweiten Durchgang. „Die Freude ist groß, dass es mit dem Knöchel wieder passt. Die Enttäuschung, dass ich mich nicht qualifiziert habe, ist natürlich groß. Man muss aber auch realistisch sagen, ich bin viereinhalb Wochen nicht auf den Ski gewesen, hatte zwei Trainingstage, da hat man sich nicht viel mehr erwarten können“, erklärte Schwarz.

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Vor dem Ziel habe er noch einen Fehler gehabt, außer Reichweite war das Finale der Top 30 für den Kugelverteidiger also nicht. „Da habe ich kein Tempo mehr ins Ziel gehabt. Wenn das nicht ist, qualifiziere ich mich und kann im zweiten Durchgang vielleicht noch ein bisserl zulegen, dann schauen ein paar Punkte raus. So fahre ich mit null Punkten heim, bin aber zufrieden, dass der Knöchel hält.“

Im Großen und Ganzen könne er zufrieden sein, meinte später auch Gstrein. „Der erste Durchgang war zu verhalten, im zweiten habe ich besser angefangen, aber unten habe ich das Tempo nicht gekriegt. Es wäre gut, wenn ich mal einen ganzen Lauf das ganze Risiko gehen kann“, weiß der Tiroler, woran es zu arbeiten gilt.

Der Vorarlberger Hirschbühl, der in Lech/Zürs überraschend das Parallelrennen gewonnen hat, blieb unter den Erwartungen. Das Skifahren sei okay gewesen, sagte er, wusste aber auch. „Ich glaube, ich habe einfach nur die Skilehrerwertung gewonnen und sonst nicht mehr. Ich habe zu wenig laufen lassen. Im zweiten habe ich probiert, mehr Gas zu geben, aber es läuft mir nicht locker von der Hand.“ Es sein ein verkorkster Arbeitstag gewesen und gelte nun, die Hausaufgaben zu machen.

Die weiteren ÖSV-Läufer – Johannes Strolz, Joshua Sturm und Dominik Raschner – schieden im ersten Durchgang aus. Michael Matt wie auch Alexis Pinturault schafften nach fehlerhafter Fahrt die Final-Qualifikation auf der anspruchsvollen Face de Bellevarde nicht.

Was den Franzosen im Kampf um den Gesamtweltcup schmerzen wird, hätte er doch den Rückstand auf den nicht Slalom fahrenden Schweizer Marco Odermatt verringern können. So bleibt es auf dem Stand nach dem Riesentorlauf, den Odermatt vor Pinturault gewann. Der Schweizer hält bei 446 Zählern, es folgen der Kärntner Matthias Mayer (310), der Norweger Aleksander Aamodt Kilde (229) und Pinturault (205). Für Noel war es der neunte Weltcupsieg seiner Karriere und in dieser Disziplin. „Es war ein unglaublicher Tag, es war ein perfektes Rennen“, sagte der Lokalmatador.

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