Nordirische Polizei nahm nach Tod von Journalistin Frau fest

Im Zusammenhang mit der Tötung der Journalistin Lyra McKee im nordirischen Derry ist eine 57-jährige Frau festgenommen worden. Die Festnahme sei nach dem Terrorismusgesetz erfolgt, teilte die nordirische Polizei am Dienstag mit. McKee hatte am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen einen tödlichen Kopfschuss erlitten. Die paramilitärische Gruppe “New IRA” bekannte sich zu der Tat.

Die Reporterin sei “tragischerweise getötet” worden, als sie an der Seite “feindlicher Kräfte” (der Polizei) gestanden sei, zitierte die Zeitung “The Irish News” am Dienstag aus einer Erklärung der Splittergruppe. Zugleich bat die “New IRA” die Angehörigen McKees “aufrichtig um Entschuldigung”.

Die 29-jährige McKee war am Donnerstagabend bei gewaltsamen Ausschreitungen in Derry ums Leben gekommen. Sie stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als eine Kugel ihren Kopf traf. Die Ermittler bezeichneten die Tat als Mord und riefen die Bevölkerung zur Mithilfe auf, um die Täter zu finden.

Zwei am Samstag festgenommene junge Männer waren bereits am Sonntag wieder freigelassen worden. Anschuldigungen gegen die 18 und 19 Jahre alten Männer wurden laut Polizei nicht erhoben.

Der gewaltsame Tod der 29-Jährigen weckte Erinnerungen an die düstersten Zeiten des Nordirland-Konflikts, in dem rund 3.500 Menschen getötet worden waren. In der britischen Provinz hatten sich jahrzehntelang irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten bekämpft.

Die “New IRA” hatte sich im März auch zu Briefbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt mit gewaltsamen Mitteln eine Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland an.

Am Rande von Derry waren am Donnerstag in Tatortnähe mehr als 50 Brandsätze auf Polizisten geschleudert worden. Fahrzeuge brannten. Zuvor hatten Polizisten in dem Wohnviertel nach Waffen gesucht.

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