Nun erstmals Apotheke in PHC-Zentrum integriert

Prominten-Auflauf bei der Eröffnung im Gesundheitszentrum Enns — Oberösterreich als Vorbild bei der innovativen Gesundheitsversorgung

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Bei der gestrigen Eröffnung (v. l.): Apothekerkammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr, OÖGKK-Obmann Albert Maringer, Apothekerin Anna Wild, GHZ-Enns-Initiator Wolfgang Hockl, LR Christine Haberlander, GHZ-Geschäftsführer Wolfgang Gruber, BM Beate Hartinger-Klein, OÖ Apothekerkammerpräsident Thomas Veitschger und Bgm. Franz Stefan Karlinger
Bei der gestrigen Eröffnung (v. l.): Apothekerkammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr, OÖGKK-Obmann Albert Maringer, Apothekerin Anna Wild, GHZ-Enns-Initiator Wolfgang Hockl, LR Christine Haberlander, GHZ-Geschäftsführer Wolfgang Gruber, BM Beate Hartinger-Klein, OÖ Apothekerkammerpräsident Thomas Veitschger und Bgm. Franz Stefan Karlinger © Welldone/Aigner

Es ist die erste, aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die letzte Apotheke, die in einem Primärversorgungszentrum aufsperrt. Kein Wunder, dass sich diesen, für die heimische Gesundheitspolitik fast schon historischen Moment, kaum ein Systempartner entgehen ließ. Aus Wien kam extra Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) ins Gesundheitszentrum Enns (GHZ Enns), um bei de Eröffnung der „Apotheke Lauriacum“ dabei zu sein. Im Schlepptau hatte sie den Bezirksvorsteher von Wien-Simmering, Paul Johann Stadler (FPÖ), der ein solches Zentrum in seinem Bezirk etablieren will. Für die Gesundheitsministerin ist Enns ein „Best Practice“ für eine Wohnortnahe Gesundheitsversorgung, wo nun durch die Apotheke alles unter einem Dach ist. Für Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) ist das Lob aus Wien auch eine Bestätigung des oö. Weges der Zusammenarbeit. Und Haberlander ergänzt, dass gerade diese Modelle nur maßgeschneidert auf die Region und die handelnden Personen erfolgreich verwirklicht werden können. Und dass das GHZ Enns ein Erfolgsmodell ist, zeigen die Zahlen. Laut Initiator und Miteigentümer Wolfgang Hockl hatten die GHZ-Ärzte vor dem Start in den eigenen Ordinationen in den ersten zwei Monaten des Jahres 2016 4852 „E-Card-Steckungen“, im Jänner und Februar des Vorjahres waren 5110 und heuer im Vergleichszeitraum sogar 5676. Für den Obmann der OÖ Gebietskrankenkasse, Albert Maringer, ist es ein gutes Zeichen, dass sich die Primärversorgung positiv entwickelt und das Zusammenwachsen funktioniere, die „Bündelung der Kräfte“ nütze den Patienten. Und für den Ennser Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SPÖ) war der Start des GHZ nach der Schließung des Spitals ein echter Glücksfall. Und für die beiden Apothekerkammerpräsidenten Ulrike Mursch-Edlmayr und Thomas Veitschegger (OÖ) ist die Präsenz einer Apotheke ist „ein wichtiger Schritt zur Optimierung der Primärversorgung“.

 

Viertes Zentrum

Drei Primärversorgungen gibt es in Oberösterreich bereits, bundesweit seien knapp 20 in Betrieb, weitere rund 20 seien in Planung, so die Ministerin. Und auch in Oberösterreich wird das Erfolgsmodell fortgesetzt. Noch heuer könnte in Sierning das vierte Zentrum in Betrieb gehen. Auch dabei wird wohl auf die regionale Gegebenheit eingegangen, denn voraussichtlich werden neben einem neugebauten Zentrum auch bereits bestehende Ordinationen im Ortszentrum eingebunden sein — also quasi ein vernetztes PVZ bilden bilden.