Nur Super-G-Dominator Kilde in Bormio vor ÖSV-Duo

Beim dritten Super-G-Sieg in Folge von Aleksander Aamodt Kilde hat sich die ÖSV-Speedfraktion in Bormio gleich in doppelter Ausführung auf dem Stockerl zurückgemeldet. Erstmals Raphael Haaser (+0,72 Sek.) und Vincent Kriechmayr (0,85) flankierten den überragenden Norweger auf dem Siegertreppchen im ersten von zwei Super-G auf der Stelvio. Matthias Mayer (13./+1,66) verlor nach jenem im Abfahrtsweltcup auch sein rotes Trikot im Super-G – diesmal an Kilde.

Einen Tag nach dem Abfahrtsvierten Daniel Hemetsberger schaffte ein weiterer Österreicher aus der vermeintlichen zweiten Garde eine Spitzenfahrt. „Es gibt sicher einfachere Hügel, wo man das schaffen kann“, sagte Haaser zu seiner Podest-Premiere. „Das erste Stockerl ist was Spezielles.“

Den folgenden Medienmarathon absolvierte der Tiroler dann „fast sprachlos“ und einigermaßen stoisch. „Ich bin nicht so der Gefühlsmensch, der das nach außen tragen kann“, sagte Haaser mit einem Grinser. „Ich verarbeite das für mich selbst.“ Als Super-G-Vierter von Saalbach-Hinterglemm (März 2021) hatte der technisch starke 24-Jährige schon einmal am Stockerl angeklopft. Anfang des Monats gelang ihm in Beaver Creek Platz acht. Er wollte nun einfach so weitertun wie bisher. „Dann könnte mir das vielleicht das ein oder andere Mal öfter gelingen.“

Neben dem ÖSV-Duo schaffte es nur noch der amerikanische Vorjahressieger Ryan Cochran-Siegle (+0,90), den Rückstand auf weniger als eine Sekunde zu begrenzen. Für Abfahrtssieger Dominik Paris (ITA) war der achte Erfolg auf seiner Lieblingsstrecke diesmal außer Reichweite (24./+2,18). Auch Marco Odermatt streute auf seiner knapp eineinhalb Minuten langen Fahrt zu viele Patzer ein (8./+1,43).

Kilde verkürzte den Rückstand im Gesamtweltcup auf den Schweizer auf 276 Punkte. „Es läuft einfach“, sagte Kilde als nun zehnfacher Weltcupsieger. Er fühle sich im Super-G derzeit wohler als in der Abfahrt. „Ich kann meinen Schwung machen.“ Mit einer Kampfansage an Odermatt hielt sich der Gesamtsieger von 2019/20 zurück. „Schauen wir am Ende.“

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15 von 36 geplanten Weltcup-Bewerben sind absolviert. Je viermal haben Odermatt und Kilde gewonnen, die ÖSV-Männer halten in Summe bei zwei Siegen (Mayer, Christian Hirschbühl). Mit 14 ging fast ein Drittel der Stockerlplätze an Rot-Weiß-Rot.

„Ich freue mich für den Haasi, der war im Training auch schon stark. Es ist gut, dass einer von den Jungen einmal so aufzeigt“, sagte Kriechmayr. Er verlor das Rennen um seinen ersten Saison-Sieg nach einem „gravierenden“ Fehler im obersten Abschnitt. Kilde war auf den ersten knapp 23 Sekunden 77 Hundertstelsekunden schneller.

Unzufriedenheit über ein Podium „gehört sich nicht“, erklärte Kriechmayr nach Worten der Selbstkritik. „Im Super-G fühle ich mich schon wohl, aber hundert Prozent auf den Punkt habe ich es noch nicht gebracht.“ Lob gab es für Kilde. „Er fährt es derzeit so am Limit und zeitgleich auch noch fehlerfrei. Davor ziehe ich meinen Hut.“

Auch Kollege Mayer tappte im oberen Teil in die Falle. Der Kärntner sprach von einer „halben Richtungsänderung“, nachdem er ein Tor falsch eingeschätzt hatte. Die Formkurve des Doppelolympiasiegers, der in Italien mit Setup-Einstellungen haderte, zeigt nach unten. Stand er in den ersten fünf Speedrennen noch viermal am Podest, verpasste er nun dreimal in Folge die Top Ten.

Max Franz klassierte sich bei auch im Veltlin herrschenden Föhnbedingungen auf Platz zwölf. Daniel Danklmaier landete eine Hundertstel hinter Mayer auf Platz 15. Hemetsberger vermochte als 39. trotz neuem Selbstvertrauen nichts gegen seine hohe Startnummer (41) zu unternehmen. Am Donnerstag (11.30 Uhr/live ORF 1) soll der Nachtrag für Lake Louise folgen. Regen und Sturm könnten im letzten Super-G vor den Olympischen Spielen den Spielverderber geben.

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