Oberbank-Generaldirektor Gasselsberger: „Wir haben die Investitionsprämie“

Starkes zweites Quartal verhalf Oberbank zu einem moderaten Gewinn

Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger: „Bei der Expansion setzen wir heuer trotz Corona-Krise das um, was wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben.“
Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger: „Bei der Expansion setzen wir heuer trotz Corona-Krise das um, was wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben.“ © Oberbank

„Was wir in Österreich haben, was es in Deutschland nicht gibt ist die Investitionsprämie. Und die ist das richtige Instrument zur richtigen Zeit“, sagte am Donnerstag Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger bei der Präsentation der Halbjahreszahlen vor Journalisten.

Denn bei der Investitionsprämie seien die Förderrichtlinien „glasklar“, die abwickelnde AWS sei „hervorragend vorbereitet“ und aus diesen Gründen werde die mit einer Milliarde Euro dotierte Prämie ein „Hit“.

Zu spüren bekäme das die Oberbank bereits jetzt. „Wir sehen, dass Investitionen vorgezogen werden und wir haben bereits hunderte Anfragen erhalten“, so Gasselsberger. Dass es wegen dieser Vorzieheffekte dann 2021 eine Delle bei den Investitionen geben könnte, glaubt Gasselsberger nicht. Zudem sei es nun wichtig „das Rad wieder in Schwung zu bringen“.

Expansion in Deutschland

Auch die Oberbank werde beispielsweise bei ihrer Expansion trotz Corona an den Zielen festhalten. Heuer werden sechs Filialen – eine in Ungarn, eine in der Slowakei und vier in Deutschland – eröffnet. Auf Deutschland blicke die Oberbank zudem sehr gespannt. „Da tut sich derzeit viel“, so Gasselsberger, der dort weitere Standorte nicht ausschließt. Fakt sei jedenfalls, dass die Oberbank speziell in Sachsen und Thüringen „sehr gut Fuß gefasst“ habe.

Mit der Geschäftsentwicklung der Oberbank im ersten Halbjahr 2020 zeigte sich der Bankchef trotz der Corona-Krise zufrieden. Diese habe die Bank gefordert, das operative Geschäft habe sich aber wegen des Kreditwachstums gut entwickelt und sei auf Vorjahresjahresniveau. Auch die mit 16,4 Prozent „herausragende“ Kernkapitalquote sei eine Stütze.

Das Zinsergebnis gab im Halbjahr um 0,8 Prozent auf 169,8 Millionen Euro nach, das Provisionsergebnis stieg dagegen auf 8,1 Prozent auf 86,7 Millionen Euro. Der Überschuss nach Steuern ging im Jahresvergleich von 118,4 auf 17,4 Millionen Euro zurück. Für den Disput mit der Bank Austria sind für heuer eine bis 1,5 Millionen Euro an Prozesskosten anberaumt.

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