Oberösterreich gibt sich neuen Agrar-Plan bis 2030

Heimische Delegation holte sich in den Niederlanden wichtige Anreize für künftige Strategie

An der Fachhochschule HAS ließen sich LR Max Hiegelsberger (m.) und die FH-OÖ-Studiengangsleiterin für Agrartechnologie und Management, Claudia Probst, dortige Innovationen zeigen.
An der Fachhochschule HAS ließen sich LR Max Hiegelsberger (m.) und die FH-OÖ-Studiengangsleiterin für Agrartechnologie und Management, Claudia Probst, dortige Innovationen zeigen. © Steiner

Die Niederlande haben mit gerade einmal der Hälfte der Größe Österreichs doppelt so viele Einwohner – und eine nach der Krise wieder florierende Wirtschaft. In den vergangenen fünf Jahren wurde die Konjunkturdelle wieder ausgebeult, nach einer Hochphase erwartet man für heuer 1,5 Prozent Wachstum.

Ein wichtiger Anteil kommt dabei aus dem Agrarsektor. Die Oranjes sind der zweitgrößte Exporteur von Lebensmitteln der Welt. 2018 wurden agrarische Güter im Wert von rund 90 Mrd. Euro ins Ausland geliefert. Vor allem bei der Entwicklung und Erprobung neuer Technologien sind die Niederlande ganz vorne dabei – wovon sich auch eine oö. Delegation unter der Leitung von Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger diese Woche überzeugte.

Plan für Agrar-Zukunft

Denn die Herausforderung durch die Klimakrise und die rasant wachsende Weltbevölkerung bringen auch die heimische Landwirtschaft unter Zugzwang, neue Wege müssen beschritten werden. Deshalb plant das Land OÖ eine umfassende neue Zukunftsstrategie. Im Juni soll ein Agrar-Zukunftsprozess starten, in dem die Erkenntnisse aus den Niederlanden einfließen sollen. Kommendes Jahr soll nach einer breit angelegten Diskussion die grundlegende Ausrichtung bis 2030 stehen.

FH schloss Kooperation

Zufrieden kehrte man auch bei der FH OÖ aus den Niederlanden zurück. Mit im Gepäck hatte man eine Absichtserklärung mit der als Innovationsschmiede geltenden Fachhochschule HAS, die auf internationales Agribusiness und Lebensmitteltechnologie spezialisiert ist. Die FH verfügt über rund 3000 Studenten, die künftig im Austausch mit heimischen Studierenden auch nach OÖ kommen sollen. Bisher habe man keine Kontakte in das Land gehabt, freute sich Hiegelsberger über den Vorstoß, der ein Mosaikstein am Weg zu einer neuen Führungskräfte-Kultur in diesem Bereich in OÖ sein soll.

FH will „fünfte Fakultät“

Sei man mit rund 70 bis 80 Studiengängen am Limit angelangt, so will FH-OÖ-Geschäftsführer Gerald Reisinger anderseits die Fachhochschule um eine fünfte Fakultät erweitern. Die Derzeit unter dem Projektnamen „Akademie für Weiterbildung“ firmierende Institution soll dezentral aufgebaut werden – zwar ohne eigenen Standort aber wohl einer eigenen Leitung samt zuständigem Dekan.

Sie soll vor allem jenen einen Platz geben, die derzeit nicht in das reguläre Programm eingegliedert werden können. So sollen zeitlich flexiblere bzw. ausweitbare Studien eingeführt werden. Aber auch sollen Personen, die aus formalen Gründen noch nicht studieren können, unterstützt werden.

Zudem soll es einen eigenen Weiterbildungsbereich geben, in dem vor allem kürzere Spezialausbildungen etwa in der IT bei Normungen in der Medizintechnik angeboten werden.

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