Oberösterreich kratzt 2040 an der 1,6-Mio-Grenze

Bevölkerungsprognose zeigt, dass vor allem der Zentralraum wächst — Die Zunahme der älteren Bevölkerung wird weiter voranschreiten

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Oberösterreichs Bevölkerung wächst weiter, die Statistiker des Landes rechnen damit, dass die Einwohnerzahl von derzeit 1,47 Mio. auf 1,57 Mio. im Jahr 2030 bzw. auf knapp 1,6 Mio. im Jahr 2050 (+134.800 Personen bzw. 9,2 Prozent) steigen wird. Bis zum Jahr 2031 wird sowohl ein Geburtenüberschuss als auch eine positive Wanderungsbilanz prognostiziert. Ab dann — wenn die Sterbefälle die Geburtenzahlen überwiegen —wird das Bevölkerungswachstum ausschließlich über Zuwanderung nach Oberösterreich erfolgen. Die Geburtenzahlen werden sich nämlich auf ein Niveau knapp über 14.000 Lebendgeborene einpendeln, die Sterbefälle werden allerdings durch das Aufrücken stärker besetzter Geburtenjahrgänge ins höhere Alter kontinuierlich von derzeit 12.900 auf knapp 14.600 im Jahr 2030 bzw. 15.800 im Jahr 2040 ansteigen, prognostizieren die Statistiker. Und überhaupt wird der Anteil der Senioren steigen, von derzeit 17,7 Prozent auf 28,3 Prozent. Das Erwerbstätigenpotenzial wird zunächst noch bis 2020 von 933.300 auf knapp 943.300 Personen ansteigen, dann aber dauerhaft auf 885.900 Erwerbsfähige im Jahr 2040 abnehmen.

Alternde Gesellschaft

Die Statistiker rechnen auch damit, dass die Zahl der 85-jährigen und älteren Menschen sich von gegenwärtig 36.300 bis 2040 auf 67.100 Personen erhöhen wird. Das wird auch eine Herausforderung. „In Oberösterreich sollen auch in Zukunft ein Altern in Würde und ein selbstbestimmter Lebensabend gesichert sein. Dafür brauchen wir ausreichend qualifizierte Pflegekräfte. Das heißt für die Politik, dass sie neue Denkansätze in der Pflegeausbildung, zum Beispiel die Pflegelehre, prüfen und vor allem junge Menschen für den Pflegeberuf begeistern muss“, zieht Landeshauptmann Thomas Stelzer erste Schlüsse aus dieser Prognose.

Aber auch die Verteilung des Wachstums wird die Politik fordern, denn die Statistiker rechnen damit, dass der Zentralraum — die Statutarstädte Linz und Wels sowie ihre beiden Umlandbezirke bzw. der Bezirk Urfahr-Umgebung — überdurchschnittlich stark wachsen wird. In anderen Bezirken wird es hingegen kaum eine Zunahme der Bevölkerung geben — der Bezirk Rohrbach wird in nächsten 20 Jahren um lediglich 1,2 Prozent zunehmen, Schärding und die Statutarstadt Steyr jeweils 1,4 Prozent (Details siehe Grafik).