Oberösterreich will Gendermedizin höheren Stellenwert einräumen

Frauen haben in Gesundheitsfragen andere Bedürfnisse als Männer

Frauen unterscheiden sich von Männern in ihrer Lebensweise, im Umgang mit Gesundheit und typischen Krankheitssymptomen.

„Ein zukunftsweisender Gesundheitsbegriff differenziert zwischen Frauen und Männern, darum wollen wir auch gezielt auf gesundheitliche Bedürfnisse von Frauen eingehen“, betont Gesundheits- und Frauenreferentin LH-Stv. Christine Haberlander anlässlich des heutigen „Internationalen Aktionstages für Frauengesundheit“.

Gendermedizin soll künftig in OÖ mehr in den Vordergrund gerückt und deren Erkenntnisse stärker in Forschung, Diagnostik, Therapie und Beratung angewandt werden.

Ziel ist auch eine Verankerung des Genderthemas in allen Aus- und Weiterbildungen der Gesundheits- und Pflegeberufe. „Unser vorrangiges Ziel in den kommenden Jahren ist es, Mädchen und Frauen in ihrer Kompetenz für die eigene Gesundheit zu stärken“, so Haberlander.

Viele Angriffsflächen für die Gesundheit

Grundsätzlich nehmen Frauen Vorsorgeuntersuchungen eher wahr. Sie sind aber auch durch gängige Körperbilder, die Folgen von Mehrfachbelastung, eine andere körperliche Konstitution und spezifische Krankheitsbilder immer wieder gefährdet.

Medizinische Eingriffe betreffen zudem oft höchst sensible Bereiche wie die Entfernung der Brust oder Gebärmutter, Kaiserschnitt und Pränataldiagnostik.

„Frauen sollen informierte Entscheidungen treffen können, was ihre Gesundheit, aber auch die ihrer Kinder betrifft. Dazu gehören u. a. Informationen über das Gesundheitssystem, darüber, was bestmöglich selber getan werden kann, bevor ärztliche Unterstützung in Anspruch genommen wird.“ Haberlander verweist auf das Projekt der oö. Gesundheitspartner www.wobinichrichtig.at, das Hilfestellung auch in verschiedenen Sprachen anbietet.

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