ÖAMTC setzt auf Gleichheit

15 Menschen mit Beeinträchtigung fanden durch das Projekt „Einstellungssache“ beim Mobilitätsclub ÖAMTC im Raum Wien, NÖ und dem Burgenland einen Job. Die Initiative ist eine Win-Win-Situation für die neuen Mitarbeiter aber auch für das Unternehmen. Selbst zunächst noch skeptische Führungskräfte sind mittlerweile von den Fähigkeiten und der Leistungsbereitschaft der Neuen überzeugt.

Es ist eine „Einstellungssache“ und genauso nannte der ÖAMTC sein 2018 gestartetes Projekt für den Raum Wien, NÖ und das Burgenland, mit dem ursprünglich zehn Menschen mit einer Beeinträchtigung einen Job beim Mobilitätsclub finden sollten.

Letztlich wurden 15 unterschiedliche Beschäftigungen an sieben Standorten daraus, nur eine Person ist in Teilzeit, alle anderen üben eine Vollzeittätigkeit aus. Darunter sind auch zwei Lehrlinge. Zuletzt stieß heuer der 20-jährige Jakob am Stützpunkt St. Pölten dazu.

„Wir machten einen Aufruf bei unseren Führungskräften, in welchen Bereichen sie aufgrund der anfallenden Arbeit zusätzliche Kräfte benötigen und machten ihnen an Hand von Best-Practice-Beispielen deutlich, dass Menschen mit Beeinträchtigungen, ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt, ein Gewinn für das Unternehmen sind“, schildert Nasila Berangy-Dadgar, Leiterin des ÖAMTC-Diversitätsmanagements, gegenüber dem VOLKSBLATT.

Einige die zuvor eher sketpisch waren, waren nach der Auftaktveranstaltung richtig motiviert, einem Betroffenen eine Chance zu geben. Mittlerweile finden sich beim ÖAMTC Menschen mit den unterschiedlichsten Handicaps wie Hör- oder Sehbeeinträchtigung, Autismus, einer chronischen Erkrankung oder einer kognitiven Einschränkung – und das auch im direkten Kundenkontakt.

Mehrwert für das Unternehmen

„Vielfach bringen diese Menschen mit ihrer gewinnenden Art und positiven Arbeitseinstellung einen Mehrwert in das jeweilige Team. Immer wieder stellt sich auch heraus, dass die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern mit Beeinträchtigung unterschätzt wird und sie mit einer zugeteilten Aufgabe schneller fertig sind, als der Vorgesetzte dachte“, erzählt Berangy-Dadgar.

Eine ganz wichtige Säule bei der Einstellung war und ist die Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern, in dem Fall mit dem Sozialministeriumservice sowohl für die Integration als auch die Inklusion von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt. Für manche war zur Eingewöhnung eine Arbeitsassistenz wichtig, zudem gab es finanzielle Förderungen.

Berangy-Dadgar hofft, dass das Projekt als Vorbild dient und Anstoß dafür ist, dass in Zukunft Menschen mit Behinderungen häufiger den normalen Recruitingprozess nutzen und damit auch einen Job finden.

Die ÖAMTC bietet zudem spezielle Services für Menschen mit Behinderungen, wie eine Mobiltiätsberatung und ein Gehörenlosenservice. Das Unternehmen bekennt sich aus Überzeugung zur Chancengleichheit und Gleichstellung. Damit dies auch gelebt wird, gibt es u. a. Workshops, Vorträge und Diskussionen dazu. Ziel ist, dass sich die Vielfalt der Gesellschaft in der Struktur der Mitarbeitenden widergespiegelt.

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