ÖFB-Boss: „Erklärtes Ziel ist erster Platz“

ÖFB-Präsident Leo Windtner im VOLKSBLATT-Interview über die Stimmung im Team, Marko Arnautovic und die Nations League

Bei Fans und Mitspielern beliebt: Marko Arnautovic, der sich vom Solisten zum Team-Player gewandelt hat.
Bei Fans und Mitspielern beliebt: Marko Arnautovic, der sich vom Solisten zum Team-Player gewandelt hat. © APA/Scheriau

Von Roland Korntner

Mit dem freundschaftlichen Länderspiel gegen Schweden startet am Donnerstag (20.45 Uhr) für Österreich die Länderspielsaison 2018/19, erstmals so richtig ernst wird es dann schon am Dienstag, zum Auftakt der Nations League das Gastspiel in Bosnien-Herzegowina wartet. Davor bat das VOLKSBLATT ÖFB-Präsident Leo Windtner zum Interview.

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Sie waren gerade beim Nationalteam, wie ist die Stimmung?

LEO WINDTNER: „Ausgezeichnet, der Teamspirit ist so gut wie lange nicht. Das stimmt mich sehr zuversichtlich, denn dass wir Qualität haben, wissen wir, aber nur mit einer großen Geschlossenheit, mit Repekt und gegenseitiger Wertschätzung sind unsere Ziele auch erreichbar.“

Ihre mehrfach geäußerte Begeisterung für Teamchef Franco Foda hält also an?

„Auf jeden Fall, er macht einen wirklich guten Job und setzt auch seine Assistenten optimal ein. Alle arbeiten konsequent und höchst professionell.“

Was zeichnet Foda noch aus?

„Dass er eine klare Linie hat, jeder weiß, wie dran ist. Jeder hat eine Chance, jeder weiß aber auch, dass er 100 Prozent bringen muss.“

Die gute Stimmung gilt auch für Marko Arnautovic, der ja mit West Ham noch punktlos ist?

„Marko ist vom Solisten zu einem absoluten Teamplayer geworden, er zerreißt sich für die Mannschaft und wird deshalb von den Mitspielern und den Fans sehr geschätzt. Dass die Situation bei West Ham vielleicht ein bisschen aufs Gemüt schlägt, wäre möglich, aber seine persönlichen Leistungen waren ja gut. Deshalb glaucbe ich nicht, dass das ein Problem ist.“

Bevor die Nations League startet, geht es am Donnerstag noch gegen den WM-Viertelfinalisten Schweden.

„Das ist ein adäquater, starker Gegner zum richtigen Zeitpunkt. Ich erwartet, dass jeder, der zum Einsatz kommt, dafür rennt, dass er auch in der Nations League dabei ist. Genau diese Motivation ist spürbar.“

Wie schätzen Sie die Gruppe mit Bosnien-Herzegowina und Nordirland ein?

„Nicht leicht, aber machbar. Alle drei Mannschaften befinden sich auf Augenhöhe, aber wenn wir alles reinlegen, werden wir das erklärte Ziel, Platz eins, erreichen.“

Wie stehen Sie generell der neuen Nations League gegenüber?

„Es wäre voreilig, sie schon jetzt zu be- oder verurteilen, dafür sollte man eine Ausgabe abwarten. Aber für uns ist es natürlich eine zusätzliche Qualifikationschance für die Europameisterschaft 2020. Und es ist ein Wettbewerb, damit haben diese Spiele, auch wirtschaftlich, einen ganz anderen Stellenwert als Freundschaftsspiele, die, wenn es nicht gegen Nationen wie Brasilien oder Deutschland gegangen ist, ohnehin nicht sehr beliebt waren.“

Interview: Roland Korntner