ÖFB-Präsident Windtner: Durch Super League droht „Super-GAU“

ÖFB-Präsident Leo Windtner sieht den europäischen Fußball aufgrund des Super-League-Projekts einiger Fußball-Topclubs in seiner Existenz gefährdet. Die geplante Eliteliga müsse unter allen Umständen verhindert werden. „Jetzt geht es wirklich ans Eingemachte, jetzt muss die UEFA ganz klar Flagge zeigen. Es droht der Super-GAU“, sagte der Oberösterreicher der APA.

Außerdem meinte Windtner, der sich derzeit wegen des UEFA-Kongresses in Montreux befindet: „Es besteht die Gefahr, dass Fußball-Europa auseinanderbrechen könnte und die vielgerühmte Solidarität geopfert wird. Das würde gerade für kleinere Nationen wie Österreich einen historischen Rückschlag bedeuten. Unsere Clubs hätten nie wieder die Chance, die obersten Sphären zu erklimmen.“

Doch nicht nur die heimischen Vereine, auch das heimische Nationalteam könnte Verlierer der Super League sein. Zum einen, weil bei den betreffenden Topclubs engagierte Spieler möglicherweise nicht in ihren Landesauswahlen eingesetzt werden dürfen, zum anderen, weil es generell einen Bedeutungsverlust für Nationalmannschaften geben würde, sollten die weltbesten Kicker nicht mehr im Team spielen.

Einen ersten Vorgeschmack könnte es schon bei der EM ab Juni geben. Setzt die UEFA ihre Drohung um, würde etwa Cristiano Ronaldo (Juventus) fehlen. „Aber man muss alles tun, um eine EM ohne Stars zu vermeiden. Die UEFA hat sicher Mittel, um einen entsprechenden Gegendruck aufzubauen“, sagte Windtner.

Nach derzeitigem Stand wäre nur ein Österreicher ab Sommer bei einem Super-League-Club engagiert – Valentino Lazaro ist bis Saisonende von Inter Mailand an Borussia Mönchengladbach verliehen. Während viele andere EM-Teilnehmer also im Extremfall ihre Schlüsselspieler verlieren, würde sich der Aderlass im ÖFB-Team in engen Grenzen halten. „Es ist richtig, dass es ein Vorteil für uns sein könnte. Aber wenn jetzt alle mit egozentrischen Szenarien starten, bricht dieses homogene Gefüge endgültig total auseinander“, betonte Windtner.

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Der Verbandschef hofft inständig auf eine Rücknahme der Pläne. Sollte dies nicht passieren, drohe eine düstere Zukunft. „Wenn der Schritt zur Super League getan wird, wird in den nächsten Jahren ein Heer von Top-Advokaten eine Beschäftigung finden und der endgültige Schritt in den Turbo-Kapitalismus im europäischen Fußball gesetzt“, erklärte Windtner und ergänzte: „Es ist klar erkennbar, wer sich bei der Super League in die Reihe stellt – finanziell angeschlagene Clubs oder Clubs mit internationalen Eigentümern.“

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