ÖHB-Männer qualifizieren sich für Handball-EM 2022

Österreichs Handball-Nationalteam der Männer hat sich für die Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei qualifiziert. Die Mannschaft von Teamchef Ales Pajovic setzte sich am Sonntag in Graz gegen Bosnien-Herzegowina mit 27:23 (15:11) durch. Es wird die Teilnahme am neunten Männer-Großereignis seit 2010. Erst im April hatten sich die ÖHB-Frauen für die WM im Dezember in Spanien qualifiziert.

„Die Jungs haben wirklich unglaublich gespielt, die Abwehrleistung war richtig gut. Unglaublich, wie sie 60 Minuten gekämpft haben. Ich bin sehr zufrieden, aber ich hatte das Gefühl, das Spiel dauert drei Stunden“, sagte der sichtlich erleichterte Teamchef Pajovic im ORF-TV-Interview.

Als Schlüssel zum Erfolg gegen Bosnien-Herzegowina, das bisher erst je einmal bei einer WM (2015) bzw. EM (2020) war, stellte sich eine bravouröse Deckungsarbeit heraus. Österreich war von Beginn an konzentriert bei der Sache, ging in Führung und gab diese auch nicht mehr her. Im Angriff war indes Geduld gefragt, die Tore fielen nicht leicht, Chancen, die sich eröffneten, wurden aber gut genützt. Der gegnerische Top-Tormann Benjamin Buric von Flensburg-Handewitt hielt nicht ganz, was er versprach, und wurde zwischenzeitlich auch ausgetauscht.

Mit einem Viertore-Vorsprung in die Pause gegangen, legte Österreich gleich nach Wiederbeginn nach. Ausgeglichen ging es zunächst weiter. Eine Schwächephase der Gastgeber Mitte der zweiten Halbzeit war nur von kurzer Dauer, in der 50. Minute führte Österreichs erstmal mit sechs Toren Vorsprung. Für Österreich war klar, dass ein Sieg her musste, Bosnien-Herzegowina indes musste die Niederlage eng halten, um als einer der besten Gruppendritten weiterzukommen.

Österreich, nach wie vor ohne den verletzten Kapitän Nikola Bilyk, stand diese Woche in den letzten beiden EM-Qualifikationsspielen unter Druck, musste beide Partien gewinnen, um sich hinter Gruppensieger Deutschland das Ticket zu holen. Am Donnerstag wurde Estland in Tallinn mit 31:27 (18:13) besiegt, der zweite Erfolg innerhalb von vier Tagen bedeutete schließlich den Eintritt zu den Kontinentaltitelkämpfen.

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Dazu, dass Österreich in der Schlusswoche der Qualifikation noch einmal alle Kräfte mobilisierte, meinte Fabian Posch: „Wir haben gewusst, es hängt alles von diesem Spiel ab. Wir waren durch die Bank von der ersten Minute an da und haben das überragend gelöst. Manchmal ist es leichter, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht.“

Der sechsfache Torschütze Robert Weber gestand, dass er zwischenzeitlich – nach den Niederlagen im Jänner gegen Deutschland und im März bei Bosnien-Herzegowina – schon „ein bisserl ein schlechtes Gefühl“ gehabt habe, was die erfolgreiche Qualifikation betrifft. „Ein Riesenkompliment an die Jungs, Wahnsinn. Es ist wichtig für Österreicher, dass wir wieder an der EM teilnehmen können.“

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